Mehr Löcher als Schweizer Käse

Ich bin ja mal so gar nicht auf dem Laufenden, wenn es um Mode, Trends oder auch nur Farben der saison geht. Ich habe meine Klamotten, die mir halbwegs stehen (meine Meinung, zumindest meistens) oder auch nicht (Meinung so manch anderer Personen). Davon abgesehen sind mir eingangs genannte Dinge meist auch egal. Ich trage Bart, so gut es geht – auch wenn der kleine Stinker ständig davon faselt, ich solle seine Shorts fressen – und auch meine vermehrt auftretenden grauen Haare – da muss irgendwo ein Nest sein, dass die jetzt so gehäuft auftreten!!! – meist mit Fassung.

Aber was ich seit einiger Zeit so auf den Straßen sehe, das wundert mich dann doch. Und das sind löchrige Hosen! Und zwar nicht löchrig aufgrund von Abnutzung und hohen Alters – ich trage ja durchaus Hosen über ein Jahrzehnt hinweg, warum auch nicht? – sondern wahlweise von handwerklich begabten Teens und Tweens in Eigenfabrikation erstellt oder von armen Teufeln in Bangladesh und co. für einen Hungerlohn in die zuvor mühselig genähten Hosen geschnippelt.

So sehr ich mich auch über den Anblick von ein wenig Schenkel freue, wo Damen betroffen sind, so sehr wundere ich mich, was der Sinn dahinter sein soll? Haut zeigen? Das können Frauen mit Hot Pants oder noch besser Röcken sehr viel einfacher, und bei den Männern ist es mir sowieso egal. Sich bei den hochsommerlichen Temperaturen von 25 Grad Abkühlung verschaffen durch Fahrtwind? Das kann es nicht sein, weil die Leute, die das tragen, meist kaum über 2 km/h hinauskommen und in meinen Augen eher schlurfende Hindernisse darstellen als Fahrtwind erzeugen. Vielleicht stellt das aber auch ein neues, mir bisher unbekanntes Paarungsritual dar, welches auf einer Stufe mit Paarship und Tinder steht und dafür sorgt, dass altmodische Kauze wie meinereiner vom Liebesgeschehen ausgeschlossen werden? Was, Gerüchten zufolge, gar keine schlechte Sache sein soll, aber das kann ich nicht widerlegen.

 

Aber vielleicht könnt ihr mich ja aufklären, was so prickelnd an löchrigen Hosen sein soll. Meine ursprüngliche Hypothese wurde nämlich dadurch widerlegt, dass sich die Löcher niemals nie nicht im Schritt finden. DAS wäre dann mal revolutionär gewesen.

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39 Antworten zu Mehr Löcher als Schweizer Käse

  1. Ich bezweifle sehr stark, dass diejenigen, die diese Hosen tragen selbst wissen was es damit auf sich hat. Zumal die Löcher immer größer und größer werden und man sich manchmal denkt: Brauchst du überhaupt noch eine Hose?
    Da ich solche Art von Hosen selbst nicht trage, kann ich Dich auch leider nicht über deren Sinn und Zweck informieren. ^^

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Hm, diese Frage würde ich bei manchen sicherlich mit einem kräftigen „Nein“ beantworten, aber dahinter steckt wohl mehr Eigennutz als sonst was. *pfeif*

      Aber ja, irgendwann ist das Konzept „Hose“ dann ad absurdum geführt, und Shorts, Hot Pants oder ein Gürtel täten es auch.

      Hm, und du hast natürlich kein Interesse an einer Feldstudie? :mrgreen: 😉

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  2. Sarisa schreibt:

    Der Fechter von Welt zieht mal eben eine Parallele zum dreißigjährigen Krieg aus dem befiederten Hut und spießt diese elegant auf sein Langschwert: damals entstand diese entsetzliche Mode mit pludrigen, mehrfach geschlitzten Hosen und Wämsern, durch die der konträrfarbige Unterstoff zu sehen war. Alles sehr bunt und teuer, weil a) der Stoff kein zweites Mal verwendet werden konnte (zu kleine Stücke) und wohl auch nicht so lange hielt und b) weil sehr viel Stoff gebraucht wurde. Natürlich war diese Kleidung zu Beginn nicht für jedermann – wer konnte sich denn leisten, so herumzulaufen? Gut bezahlte Söldner, Doppelsöldner (u.a. die Herren mit den Bidenhändern, die in der Schlacht in der ersten Reihe standen und wahrscheinlich alles, nur nicht alt wurden) – die wurden im Laufe der Zeit zu Trendsettern, bis jeder halbwegs unwichtige Adelige, der so ein Schwert nichtmal heben konnte, ebenfalls in solchen Hosen herumlief. Message: ich kann es mir leisten! Das Bürgertum zog nach.
    Message der heutigen Zeit: Es ist nicht nötig, Stoff zu sparen, oder gut zu verarbeiten, man kann es sich leisten, löchrige Kleidung zu tragen, weil man in Sicherheit ist, nicht friert und sowieso jederzeit neue Hosen kaufen kann. – Natürlich denkt sich das niemand bewusst (glaube ich). Aber der Zeitgeist…
    Macht das Sinn?

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Es macht schon Sinn, auch wenn es den Leuten vermutlich mehr Nachdenken zugesteht, als ich ihnen zutrauen würde. ^^

      Kleidung als Zeichen von Reichtum so sehr pervertiert, dass man sich den Look der Armen verpasst, um cool zu sein. In welcher Welt leben wir?

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  3. Der Räuberhauptmann sagt: „Das ist style. Das ist nice. Weil Baum. Das trägt man jetzt so, Mama“ und die Betonung des genervten Untertons liegt auf Mama. …. 😎

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  4. Tanja im Norden schreibt:

    Es ist einer der Modetrends, der mich fühlen läst, dass ich älter werde. Gab’s schon mal, geht auch wieder vorbei.
    Neulich in der U-Bahn dachte ich mir aber: das muss doch tierisch nerven, wenn die kunstvoll stehen gelassenen Zwischenfäden in so einem Riesenloch ins Knie schneiden.

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  5. Sylana schreibt:

    Richtig, das war doch auch schon mal da!
    Na, durch Lüften spart man waschen!

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  6. Wortman schreibt:

    Ich hab auch schon böse blicke bekommen weil ich gefragt hatte, ob sie kein Geld für eine neue Hose haben? 🙂 🙂

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  7. Ich verstehe diesen Trend auch überhaupt nicht! Was soll das bitte?!?

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  8. Was dieses spezielle Kleidungsstück angeht, verstehe ich auch die Modewelt mal wieder nicht. Selbst, wenn ich sie schön fände, würde ich mir aus Prinzip nie kaputte Klamotten kaufen. Vielleicht spießig, aber etwas anderes sind diese Hosen nicht für mich.

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  9. Ich liebe Loch-Hosen. Aber nen Sinn haben die nicht, außer das Outfit aufzulockern, denke ich 🙂

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Das sei dir unbenommen und steht dir sicherlich gut. 🙂

      Ich wundere mich einfach nur, weil es auch weit ab von meiner Lebenswirklichkeit ist. Meine Hosen haben keine Löcher, und wenn doch, dann werden sie ausgemustert. Richtig modisch käme ich mir darin nicht vor. Aber wie gesagt, ich habe keinen Sinn für Mode. 😉

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