Wann ist es endlich vorbei?

2016 ist wohl das besch*ssenste Jahr bisher. Lassen wir mal außer Acht, wie viele Promis gestorben sind – an deren Ableben man trauernd, gleichgültig oder gar nicht teilnehmen kann – brachte uns 2016 sowohl den Brexit als auch Trump. Allein das würde schon dafür reichen, um es als ein Horrorjahr zu qualifizieren.

Aber das ist nicht alles. Während ich das schreibe, haben wir um die 8 Grad Celsius draußen. Mitten im Winter, der bis auf einen kurzen Fall im November mal wieder vollkommen schneefrei blieb. Klimawandel gibt es natürlich nicht. Dass es vor zehn oder gar zwanzig Jahren noch anders war – und damit meine ich nicht mal speziell Weihnachten, sondern den Winter allgemein – liegt auf der Hand. Klar, es gab immer mal wieder Ausreißer, aber so extrem wie in den letzten Jahren?

Und nun die ganzen Todesfälle. Prince. Bowie. George Michael. Peter Lustig. Carrie Fisher. Ganz ehrlich? Entweder, die wissen mehr als wir und machen sich rechtzeitig aus dem Staub, oder aber jemand hat wirklich ne ganz große Sause geplant, weil ihm endlich klargeworden ist, dass seine Schöpfung für den Orkus ist. (Ich hab den Eindruck, das schrieb ich bereits, aber egal. Da ich sowieso ein Ungläubiger bin, glaub ich eh nicht dran. ^^)

Und dann natürlich, im Zuge der Flüchtlings- und „Flüchtlings“-Krise, Attentate, sexuelle Übergriffe, Mordversuche. Dass sechs Syrer und ein Lybier in Berlin versucht haben, einen Obdachlosen abzufackeln, ist nicht etwa Schlagzeile Nummer eins in allen Medien. Auch nicht, dass fünf davon minderjährig sind. Zeit.online versteckt den Artikel dazu recht weit unten auf der Homepage und verschweigt – wie könnte es anders sein – die Herkunft der mutmaßlichen Täter. Eine Reflektion des bisherigen Umgangs mit „Flüchtlingen“, deren einziges Ziel wirtschaftliche Verbesserung und/oder Ausleben krimineller Neigungen ist, wird ebenso wenig stattfinden wie eine harte Verurteilung der sieben in Berlin. Es findet sich sicherlich ein Richter, der ihnen ne Bewährungsstrafe auferlegt.

Dennoch, Deutschland geht es gut. Sehr gut sogar. So gut, dass knapp die Hälfte aller Arbeitnehmer auf Rente verzichten können und direkt Grundsicherung beantragen dürfen. Wenn man weiß, wie die Leute auf den Ämtern einen als Bittsteller behandeln, kann man sich wirklich auf diesen Gang im Alter freuen. Wenn in der Türkei ein russischer Botschafter ermordet wird, Chine mit den Säbeln rasselt, Erdowahn in allem und jedem, der seine Ziege nicht gern hat, einen Feind sieht und Netanyahu diplomatische Beziehungen zu Ländern abbricht, nur, weil sie die Wahrheit sagen, dann ist diese Welt echt am A*sch.

 

Ganz ehrlich? Ich hab keine Ahnung, was 2017 bringen wird. Aber arg viel schlechter als 2016 kann es kaum werden…

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11 Antworten zu Wann ist es endlich vorbei?

  1. Lehrercafe schreibt:

    Kann man nur zustimmen, trifft mit all deinen Anmerkungen den Nagel auf den Kopf. LG Ela☕

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  2. Pickelhaube schreibt:

    Ich glaube, es war der Spiegel, der 2016 heute als nächstes „Epochenjahr“ bezeichnete und was soll ich sagen? Ich blicke den Wahlen 2017 mit Sorge entgegen.

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  3. Wortman schreibt:

    Schön gesagt!
    Schauen wir mal, was so alles 2017 über uns herein bricht…

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  4. vro jongliert schreibt:

    Wenn ich das so lese, werde ich depressiv. Eigentlich müsste ich mich jetzt gleich von irgendeiner hohen Brücke stürzen. Und meine Kinder gleich mitnehmen? Was haben sie denn schon für Aussichten?

    Speziell zum Jahresende hin suchen wir uns alle negativen Sachen noch einmal akribisch zusammen. Natürlich gibt es Probleme. Das bestreite ich nicht. Und den Klimawandel können wir nicht mehr verhindern, sondern nur bestmöglich aushalten. Es sind spannende Zeiten, sagte ein Freund, und wir sind mitten drin.

    Warum richten wir den Blick nicht auch einmal auf schönere Dinge? Weil es so viel mehr schlechte gibt? Weil es aber alles ganz furchtbar ist? Ja, ist es. Sicher. Und nein, ist es nicht.

    Und diese ganzen Todesfälle. Ehrlich? Die Ikonen unserer Jugend? Die meisten von ihnen hatten ein gutes Leben. Ein ausschweifendes Leben. Wie viele sind in diesem Jahr noch gestorben, die nicht mal eine kleine Todesanzeige bekommen haben oder ein Grab? Ich werde auch einmal sterben, ohne dass Millionen das auf Twitter beweinen. Ist so.

    Ich wünsche uns ein gutes Jahr 2017 mit mehr Vertrauen und Zuversicht. Wir sind alle erwachsen. Es liegt auch an uns, jeden Tag unser Möglichstes zu geben.

    Nichts für ungut, dass das jetzt aus mir rausmusste. 😏

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Bloß nicht! 😮
      So war das auch nicht gemeint. Gut, mich lässt die eigene Hilflosigkeit angesichts so vieler Probleme manchmal schon verzweifeln, ja. Aber es muss weitergehen. Wie sagte Ian Malcom so treffend: Das Leben findet immer einen Weg.
      Und ja, du hast schon recht, stimmungsmäßig ist das Jahresende oftmals grüblerisch und man lässt die „Höhepunkte“ noch einmal Revue passieren. Gerade 2016 war da doch auch sehr negativ unterwegs. Natürlich gibt es auch die positiven Dinge, keine Frage. Aber, ich meine mich zu erinnern, dass negative Ereignisse deutlich länger/stärker im Gedächtnis haften bleiben als positive. Kann mich da aber auch irren.
      Dazu kommt, dass viele der Verstorbenen, so toll, ausschweifend oder lang ihr Leben auch war, mich auf positive Weise berührt haben. Sie haben mich zum Singen, Schmunzeln und Lachen gebracht. Dadurch sind sie mir emotional „näher“ als Menschen, die ich nie kannte. Bei deren Tod denke ich mir auch, „Traurig, mein Mitgefühl der Familie, die XYZ verliert“. Aber dadurch, dass ich keinen emotionalen Zugang hatte, und sei es eben nur durch eine illusorische Nähe, hat es eine andere Qualität. So schrecklich das angesichts des Todes von Menschen auch klingt.
      Und es geht auch gar nicht darum, es auf Twitter und co. zu beweinen. Ich persönlich bin nur traurig, wenn jemand stirbt, der noch vergleichsweise jung war (Carrie Fisher war 60, Himmel, das ist im selben Alter wie meine Mutter! George Michael war erst 53. ) oder eben, einen gewissen Einfluss hatte darauf, wie ich denke und/oder fühle.
      Und ja, leider sterben täglich Tausende Menschen, deren Tod vermeidbar wäre, sofern der Wille dazu da wäre. Auch das darf man nicht vergessen.

      Deine Wünsche für 2017 sind gut, das wünsche ich uns auch!

      Kein Problem, im Gegenteil! Ich finde, du hast durchaus recht mit dem, was du sagst, auch wenn ich manches etwas anders sehe. 🙂

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      • vro jongliert schreibt:

        Manchmal hatte ich früher das Gefühl, alle Welt kann glücklich sein, weil ich mich ohnehin für alle mit sorge. Mein Mann sagt mir: „Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben!“ Heute versuche ich mich so gut es geht in der Disziplin „Scheiß drauf, wird schon irgendwie gehen“. 😉
        Carrie Fisher war 60. Meine Mama letztes Jahr 64. Was soll ich sagen? Für manche Menschen brennt die Kerze einfach schneller runter.
        Und ehrlich gesagt, ich mag mich nicht dauernd fürchten oder sorgen. Das lähmt einen doch nur. Wenn mir etwas nicht passt, dann muss ich es ändern oder aber meine Einstellung dazu oder es akzeptieren.
        Im Grunde ganz einfach, oder? ☺️

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  5. totallygamergirl schreibt:

    Die Sache mit Carrie Fisher hat mich wohl so sehr getroffen, wie kein anderes Ableben eines Promis in diesem Jahr. Sie war so ein toller Mensch und ich bin ein riesiger Star Wars Fan gewesen. Vor allem in Kindheit und Jugend. Mit dem Mann ist es ja doch etwas eingeschlafen, da der mehr für Star Trek ist. Aber trotzdem …

    Was Promisterben betrifft, war dieses Jahr wirklich furchtbar. Aber auch sonst ist 2016 einfach sch***, sch***, sch*** und noch viel mehr sch***

    Hoffentlich ist der Mist jetzt mit dem Tod von Carrie vorbei. Es langt doch nun wirklich für ein Jahr. Die paar Tage gehen jetzt hoffentlich ohne weiteren Tiefschlag um.

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  6. Wortman schreibt:

    Wünsch dir/euch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Kommt gesund und munter rüber.

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