Angenehm überrascht

hat mich heute ein Schüler, der nicht nur noch ein paar Teilbarkeitsregeln kannte, sondern auch noch etwas mit der Primfaktorzerlegung anzufangen wusste und damit in der Lage war, kgV und ggT zu bestimmen! Wahnsinn, dass ich mich so dermaßen über einen einzelnen Schüler freuen kann, der etwas weiß, was bei mir damals fest zum Lehrplan von Klasse 6 gehörte. Damals wussten wir alle, wie man das rechnete. Ich weiß es heute noch, an die *hust* Jahre später.

Jedenfalls, ich fand es zur Abwechslung mal schön, dass ein Schüler noch wusste, was ich damit meine. Jetzt muss ich dafür sorgen, dass ich den Schüler auch regelmäßig in meinem Kurs sitzen habe. :mrgreen:

 

Weniger angenehm war es, mitanzuhören, wie eine Schülerin ihre Arbeit in den Sand gesetzt hat. Mal abgesehen davon, dass sie sowieso nie Rechenwege oder Rechnungen aufschreibt, weil „Mein Lehrer will das nicht sehen“ und so, nein, dann kommt auch noch die eigene Schusseligkeit dazu, durch die dann Rechnungen etwa durch Abschreibfehler falsch werden. Manchmal wünschte ich mir, Schläge auf den Hinterkopf erhöhten tatsächlich das Denkvermögen. Ich glaube, ich käme aus dem Schlagen nicht mehr heraus. *seufz*

 

 

Putzig ist es mitanzusehen, wie manchen Schülern langsam das Muffensausen überkommt angesichts der Jahreszeit. Der April naht mit Riesenschritten in Siebenmeilenstiefeln, und so langsam hat auch der letzte Schüler geblickt, dass das Abitur vor der Tür steht. Und es dem egal ist, ob man noch pennt oder erst noch alles zusammenfassen muss. Unerbitlich wird die Prüfung sein, und die ersten Seufzer der Verzweiflung habe ich auch schon gehört.

Dumm dabei ist jedoch, dass die Schüler verzweifelt nach Extrastunden verlangen und die bittedankeschön alle ausschließlich bei mir stattfinden sollen. Meine Kurse sind bereits durch die Bank weg mit 5 Schülern besetzt, ich hab nur noch zwei mit 4 Schülern. In diesen Ferien aber nicht mehr, alles ist voll. 😳 😮

Sosehr es mir schmeichelt, sosehr ist es auch anstrengend, mit mehreren Abiturienten in einem Kurs, die natürlich alle Aufmerksamkeit und Hilfe benötigen. Und dann noch zusätzliche Schüler. Abends freue ich mich dann nur noch darauf, dass ich meinen Allerwertesten irgendwo parken kann und den Schlüssel dazu bis zum nächsten Tag nicht mehr brauchen werde.

Manchmal werde ich aber auch lauter. Wenn Schüler etwa genervt anfangen zu mosern, dass die Aufgabe ja unlösbar sei und dass es alles unverschämt sei, was von ihnen verlangt würde, und das einzige Problem darin bestand, dass die Schüler mit 18+ Jahren nicht in der Lage sind, eine Aufgabe auch wirklich aufmerksam(!) bis zum Schluss(!) zu lesen! Das sollte man doch von einem angehenden Abiturienten erwarten können. Sicher, das betrifft nicht alle, und glücklicherweise sind nicht alle Abiturienten bei mir in der Nachhilfe – was gäbe das an Geld! *seufz* – aber trotzdem, so ein kleines bisschen Lesekompetenz.

 

Diese Woche waren dann auch noch – merkt man eigentlich, dass diese Woche anstrengend war? – mehrere Hospitanten dabei, die meine Kurse besucht haben. Normalerweise halb so wild, die schauen zu, manche trauen es sich auch schon zu, Fragen zu beantworten. Das ist aber seltener. Diese Woche war es deswegen interessant, weil ich zum ersten Mal einen Hospitanten hatte, der fleißig protokollierte! 😳

Sowas ist mir auch noch nie passiert. Muss wohl spannend gewesen sein, denn ein wenig rote Tinte hab ich auch gesehen. Nur zum Lesen blieb mir keine Zeit, mit Abiturienten und so… *aargh*

Sehr niedlich fand ich die Hospitantin, die sich mutig an die Schüler und Fragen getraut hat – und auch gut mit denen klarkam, war aber auch ein sehr lieber Kurs – , hin und wieder dann doch die Nervosität durchblitzen ließ und beim Reden mit ihren Haaren spielte. Ich hab innerlich dermaßen gegrinst, weil das doch sehr nett aussah. Das heißt nicht, dass ich mich über sie lustig mache, ich weiß noch gut, wie ich als Hospitant war, und es gehört schon einiges dazu, sich spontan auf einen Kurs einzulassen, den man vorher noch nie gesehen hat, und von Thema zu Thema zu springen. Hinterher meinte sie dann auch, dass das ziemlich fordernd sei.

 

Dazu dann noch Kollegen, die ihre diversen Sexpraktiken recht freizügig vor sich hertragen und jeden damit behelligen, der bei „3“ nicht auf nem Baum sitzt und Frauen, die sowieso qua Gesetz und Geschlecht unverständlich sind, und ich bin erledigt. Wer hat ein bisschen Mitleid abzugeben? Alternativ nehm ich auch Kekse, warme Milch mit Honig oder Kuchen. Gaaaaanz viel Kuchen. Schwarzwälder. Donauwelle. Käsekuchen. Danke!

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31 Antworten zu Angenehm überrascht

  1. schnipseltippse schreibt:

    🍰🍩🍪🍫☕🍼
    Gut so?

    Ich habe vorhin der 7.Klässlerin bei ihren Matheaufgaben geholfen. Algebra – neu eingeführt. Mit wechselnden Vorzeichen… Allerdings war die +*-=- etc Regel noch nicht erklärt worden. Oder wenn, dann so unverständlich, dass es niemand aus der Klasse mitbekommen hat. Ist das normal? Ich meine, wenn man Klammern auflösen muss, und ein – drin vorkommt, dann _muss_ man das doch wissen, um es lösen zu können, oder irre ich mich da?
    Ich bin echt mal gespannt, was morgen in der Stunde dabei raus kommt.
    Sie hat es jetzt jedenfalls kapiert.

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    • Simmis Mama schreibt:

      Sehr gut würde ich sagen :), schnipseltippse.
      So ein mathe nicht können macht mich auch wahnsinnig. War aber zu meiner Zeit auch schon so. Meine Mutter regte sich auf und erklärte mir dann alles, weil sie nicht glauben wollte was ich in der Schule alles nicht gelernt hatte obwohl es im Mathebuch drin stand.

      Und *stöhn* bezüglich deiner falsch-sexbessenen Kollegen obwohl die mein Stöhnen wohl auch missdeuten würden ..

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    • Sylana schreibt:

      Also unser Mathelehrer hat das immer mit Feind und Freund erklärt….das sitzt bei mir immer noch fest.
      Irgendwo in den Weiten des Netzes hab ich diese Eselsbrücke vor einiger Zeit wiedergefunden. Also andere kennen das auch….
      Es gibt ja heute weitverbreitet eine Abneigung gegen das Auswendiglernen. Und die Rechenregeln muss man zunächst mal auswendig können, um sie anwenden zu können.

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Jupp! 😀

      Hm, eigentlich sollte das schon behandelt worden sein, wenn die Klammern bereits auftauchen. Außer es sind reine Zahlenaufgaben, bei denen man dann von innen nach außen rechnet.
      Merkwürdig, aber ich hab aufgegeben, da alles anchzuvollziehen. Wie hätten sie es denn nun lösen sollen?

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      • schnipseltippse schreibt:

        Keine Ahnung. Eine Kameradin war so genervt, dass sie es nicht lösen konnte, dass sie alle Aufgaben durchgekritzelt hat, eine andere hat sich vom großen Bruder helfen lassen… 😂
        Der Lehrer ist allerdings bekannt dafür zwar okay zu sein, aber nicht gut erklären zu können.

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Hm… ^^‘

          Schade. Es ist schon schwierig, manche Sachen gut zu erklären, damit auch ja alle das verstehen. Dazu reicht manchmal die Zeit einfach nicht. Seh ich in der Nachhilfe, wo ich manchmal einem Schüler etwas fünf Minuten lang direkt erklären muss.
          Es bräuchte wohl doch deutlich kleinere Klassen, aber das Geld will wieder keiner zahlen. 😦

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  2. Sylana schreibt:

    Bienenstich.
    Eierschecke.
    Kirmeskuchen.
    Langt das erst mal?

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Fürs Erste! 😀

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      • Sylana schreibt:

        O.K. heut gibt’s (Weil Ostern!) noch ne Schwarzwälder Kirsch.
        Und ein uraltes Rezept ist in Arbeit. Was aber schwierig ist, weil es die Originalzutaten nicht mehr gibt….kann also sein, das geht schief…..

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Yay! ❤

          Was denn für ein uraltes Rezept? Jetzt bin ich neugierig! 😳
          Wie wurde es denn? Lagen alle unterm Tisch, mit verdrehten Augen vor lauter Glückseligkeit, die Lippen mit der Zunge befeuchtend in der Hoffnung, noch ein paar Reste abzustauben und auf Nachschlag hoffend? 🙂

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        • Sylana schreibt:

          Clicktorte.
          Click war ein Brausepulver, zum Anrühren von Getränken. Gab es in verschiedenen Geschmacksrichtungen.
          Man nimmt im Prinzip einen Biskuitboden, eine Masse aus dem Pulver, aufgekocht mit Gelatine, bzw. in den Pudding gerührt. Die Masse auf den Boden, und obendrauf kommt Schlagsahne, Joghurt, Schmand gemischt (oder auch Einzeln) ich hab auch schon nackten Frischkäse genommen, dadrauf dann Schokoraspel.
          Eigentlich was total Schnelles und Einfaches (aus tiefsten DDR – Zeiten)….
          Problem: Die Pulver sind anders zusammengesetzt, und damit stimmt die Originalrezeptur nicht mehr. Meistens wird die Masse jetzt zu schlabbrig (= läuft dann breit), oder sie bekommt eine gummiartige Konsistenz.
          Ich hatte bei den letzten Versuchen immer das Schlabberproblem, hab ich diesmal Stärke reingerührt. Ist halbwegs gut gegangen. Bei 30 Grad im Sommer ist das aber auch nix, da kommt das dann auch wieder ins rutschen.

          Reste? Hier gibt es keine Reste! Wenn ich schon sowas backe, dann nur wenn die Leute da sind, die keine Reste hinterlassen. 😉

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        • pimalrquadrat schreibt:

          So ähnlich wie „Ahoi“-Brause? 🙂
          Weiß nicht, ich mag das zwar, aber im Kuchen? Müsste ich mal probieren, so stell ich mir das nicht unbedingt reizvoll vor. 😳

          Aha, dann wäre ich bei dir als Gast genau richtig! Ich futtere nämlich alles weg. XD

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        • Sylana schreibt:

          Ja, normales Brausepulver halt. Gibt es von etlichen Händlern. Ahoi hatte ich zwar noch nicht, aber geht bestimmt genauso gut oder schlecht, wie das andere.
          Ist Geschmackssache, bei mir mögen die das.
          Ist ja dann wie die Puddingschicht auf der Fruchttorte.

          XD
          Ja, und dann ist ja die Bibliothek bei mir irgendwann mal direkt neben der Küche.

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Stimmt, Geschmackssache. Und das Wichtige ist ja, dass es bei deinen Gästen ankommt! 🙂

          Hm, Bücher und Essen…! ❤ *sabber*

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  3. Marille Gruenblatt schreibt:

    Sachertorte? 😀

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  4. Wortman schreibt:

    Ich würde dir ja was von meiner Eierlikörtorte abgeben 😉
    Ja, es ist teilweise traurig, wie wenig die 18+ Tröten eigentlich wissen bzw. denken, was sie da tun.
    Gegen Schusseligkeit hast eh keine Chance. Vielleicht wacht das mädel ja irgendwann nochmal auf…

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  5. Zeilenende schreibt:

    Dieses „Aufgaben nicht bis zum Schluss lesen und deshalb lange herumjammern“ verschwindet zwischen Grundschule und Abitur also nicht?! Gepaart mit dem „Das kann man gar nicht lösen, das ist zuuu schwer!“ und dem verzweifelten Ruf nach Hilfe? … Eine weitere Bestätigung für mich, Schulen zu meiden wie der Teufel das Weihwasser.
    Wenn es dich beruhigt: Aus der Beobachterperspektive, in einem bequemen Sessel mit einer Tasse Kaffee in der Hand, liest sich das ausgesprochen amüsant. Ich hätte hier auch noch einen Schoko-Keks. 😉

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  6. Schlopsi schreibt:

    Da hast du derzeit aber auch nichts zu lachen! Wobei ich gerade genau wie Zeilenende ein bisschen schmunzeln muss. Reicht denn zum Tagesende überhaupt noch die Energie, um sich den anderen, wichtigen Dingen im Leben zu widmen? Und es seien ausnahmsweise mal nicht die seufzenden und lefzenden Kolleginnen gemeint… 😀

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