Erinnerungen eines Gamers, Teil V: Von ersten Malen

Wer an dieser Stelle hofft – erwartet? Sicher kann man da ja nie sein – einen Eintrag zu meinem ersten Mal zu lesen, den muss ich enttäuschen. Nicht in diesem Leben! Schweinkram kann ganz fein sein, aber dieser Blog ist definitiv nicht der Ort dafür. Wer nun enttäuscht ist, der möge bitter weiterziehen und einen anderen Blog frequentieren. 😛

 

Nein, es geht um andere erste Male. In diesem Fall darum, dass ich mich das erste Mal durch Final Fantasy X kämpfte. Damals, vor gut zehn Jahren, als es erschien, war ich meilenweit weg von Sony und deren Playstation. Ich kam also nie in den Genuss so mancher Spiele, die seitdem zu unumgänglichen Klassikern der Videospielgeschichte zähle. Mittlerweile aber hat sich das ein wenig geändert, und die HD-Neuauflagen ermöglichen es mir darüber hinaus, so manches Versäumnis nachzuholen. So auch mit Final Fantasy X, das glücklicherweise in HD für die PS3 neu aufgelegt wurde.

 

Worum also geht es? Nun, alles fängt damit an, dass der Blitzballspieler (so eine Art Wasser-Hand- und -Fußball) Tidus miterlebt, wie seine Heimatstadt, Zanarkand, von einem riesigen Ungeheur namens „Sin“ zerstört wird. Dabei verliert er das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, findet er sich in Spira wieder, einer Welt, deren Zanarkand vor 1000 Jahren zerstört wurde. Er muss also eine für ihn unbekannte, fremde Welt entdecken und sich an deren Gewohnheiten anpassen, gleichzeitig aber sucht er einen Weg zurück nach Hause. Über allem schweben Sin und die Frage danach, worum es sich bei diesem Wesen eigentlich handelt und warum es Spira heimsucht, und wie Tidus 1000 Jahre in die Zukunft gelangt ist.

Spieltechnisch bietet es recht altbewährte Kost: Man spielt eine Party von sieben Charakteren mit eigenen Stärken und Schwächen (die aber ausgleichbar sind durch das Sphärobrett, bei dem jeder Charakter ähnlich einem Brettspiel einen eigenen Weg gehen kann und dabei Statuswerte aufbessern und Fähigkeiten und Fertigkeiten [sorry, alter Pädagogenunfug] erlernen kann), von denen drei aktiv am Kampf teilnehmen, aber on the fly ausgewechselt werden können, erkundet dabei Spira und kämpft in Zufallskämpfen rundenbasiert (ich bin nicht wirklich ein Freund des ATB-Systems, Active Time Battle, bei dem sich für jeden Charakter eine eigene Aktionsleiste lädt, und eine Handlung erlaubt, sobald sie voll ist. Mir ein wenig zu hektisch, außer bei Chrono Trigger, aber das Spiel ist sowieso über jeden Zweifel erhaben.) gegen allerlei Monster und Viechzeugs.

Das Spiel glänzt, für mich, durch eine tadellose Präsentation. Die Charaktere sind z.T. sehr fein herausgearbeitet und bieten durch die vollkommen synchronisierten Zwischensequenzen einen guten Einblick in ihre jeweilige Geschichte. Besagte Zwischensequenzen variieren etwas bezüglich ihrer graphischen Qualität, man merkt doch, wenn eine Sequenz in Spielgraphik gehalten ist, oder am PC gerendert wurde (letztere Sequenzen sind eine Augenweide und brauchen sich meiner Meinung nach nicht vor Final Fantasy XIII verstecken). Die Geschichte selbst ist sehr unterhaltsam, auch wenn manche Dinge aus dem Anfang des Spiels erst sehr viel später erkärt werden, was bei etwas längeren Spielpausen natürlich problematisch ist.

Der Soundtrack gefällt mir ebenfalls ausnehmend gut. So gut, dass ich ihn auf CD hier habe. „To Zanarkand“, das ist einfach ein Ohrenschmaus!

 

Es handelt sich übrigens nicht um mein erstes Final Fantasy, ich habe bereits die Teile 3 und 4 auf dem DS gespielt, sowie den 13. Teil beendet (zu dem vermutlich ein andermal mehr). Aber die hier dargestellte Welt ist, meiner Meinung nach, die bisher tiefste. Religiöse Aspekte, die auf einfachen Gepflogenheiten im Zanarkand der Vergangenheit basieren, eine Gesellschaft, die sich von hochtechnologisiert hin zu archaischer Technik entwickelt hat und dafür einen Grund hat, sowie die Dynamik zwischen den Charakteren (Tidus und Yuna machen das sehr gut und z.T. auch sehr subtil, aber auch Wakka und Lulu sind, finde ich, gut gelungen), sowie die ein oder andere unerwartete Wendung, sorgen für ein rundes Spielerlebnis.

Gegen Ende des Spiels hatte ich dann auch den ein oder anderen AHA-Moment. Der Schwierigkeisgrad zieht im letzten Drittel ordentlich an, sodass manche Kämpfe ohne die richtige Strategie nur schwer bis gar nicht zu schaffen waren, zumal für mich, der eher auf Lieblingscharaktere setzt als optimale Gruppen. Typisch FF eben.Was mir jedoch aufgefallen ist, dass ist der Umstand, dass die Zufallsbegegnungen in den letzten, sagen wir, zwei bis drei Spielstunden ziemlich nervtötend wurden. Gefühlt war ich da nämlich bereits längst auf das Ende vorbereitet, doch durch diese ollen Kämpfe dauerte es, und dauerte, und dauerte, und wer will vor dem Endboss denn nicht maximal aufgeladen sein? Richtig, niemand, also noch mal zurück zum Speicherpunkt, auch wenn man danach wieder auf Gegner trifft. *grummel*

Das Ende wiederum ist sehr mitreißend und auch ziemlich traurig. Sicher, ich wusste bereits einiges, da ich mich vor einigen Jahren bereits gespoilert hatte in dem Glauben, sowieso nie in den Genuss von Final Fantasy X zu kommen, weshalb diese Schlüsselszenen nicht dieselbe Wirkung auf mich hatten wie auf die Spieler damals bei Erscheinen, aber es waren dennoch so einige Tiefschläge dabei, oder auch sehr rührende Augenblicke. Besonders natürlich zwischen Tidus und Yuna.

Und auch wenn hier bereits im Keim die Korridore angelegt sind, die später FF13 ziemlich unbeliebt machten, war es die Reise definitiv wert!

Ich jedenfalls bin froh darüber, dieses tolle Spiel gespielt zu haben!

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6 Antworten zu Erinnerungen eines Gamers, Teil V: Von ersten Malen

  1. Frau Argh schreibt:

    …ich erinnere mich noch an mein erstes Mal mit der PS1 – auch Final Fantasy, aber Teil 7 meine ich. Fand ich erst megageil und zum Schluss war ich kurz davor alles in Einzelteile zu zerlegen -___- hab ich NIE geschafft das Spiel *möff*

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Ah, das ist dann auch noch ne andere Geschichte, oder? Ich mein, durch den Teil wurden sowohl die Spielreihe als auch das Genre RPG erst so richtig weltbekannt und -beliebt.
      Deinen alten Speicherstand kannst du nicht einfach aufgreifen, um es doch noch zu einem Abschluss zu bringen? 😀

      Ich hab es auf der PS3-Platte auch noch, irgendwann muss der Teil auch mal dranglauben, aber öhm, ja, ich hab momentan noch genug andere Spiele. XD

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      • Frau Argh schreibt:

        …ich glaube ja – die Story war anders. Leider hat es meine Memory Card von damals komplett zerrissen, weswegen ich das nie zu Ende bringen konnte und auch nicht auf den Speicherstand zugreifen kann *möff* vielleicht besorge ich es mir iiiiirgendwann nochmal über den store…

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Ah, entschuldige, das war missverständlich formuliert. Mit „Geschichte“ meinte ich, dass du damals ja noch mittendrin in dieser „Entdeckungsphase“ warst, als RPGs noch nicht so geläufig waren – und man auch keine Foren oder so für Fragen und Lösungen hatte. 😳

          Oh, das mit der Memory Card ist aber schade! 😦
          Über den Store kostet es regulär 9,99, oft bieten sie es aber auch für einen Fünfer an, so hab ich es auch gekauft. Oder du holst dir einfach das Remake auf PS4. 😀

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        • Frau Argh schreibt:

          Ah ok…aber du hast natürlich auch recht damit…mal eben nach nem walkthrough guhgl’n war nicht *hrhr* ich hatte fürs SNES damals massenhaft RPGs…glaub auch ein Final Fantasy…da gabs noch andere…Secret of Mana, Mystic Quest, Terranigma, Illusion of Gaia, Secret of Evermore – und mein absoluter all-time-snes favorite Lufia II

          haaaaach…*.*

          Ich glaube ich warte dann besser, bis Herr Argh ne PS4 kauft…hrhr…

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Definitiv, Walkthroughs, hachja, die musste man damals selbst erstellen. XD

          Stimmt, aufm SNES gab es einige (Gute Auswahl übrigens, da sind tolle Spiele dabei!) aber so richtig fing der Boom mit FF 7 an. 😉
          Wobei du ja Chrono Trigger ausgelassen hast, aber der kam auf SNES nie nach Europa. 😛 😉

          Mach mal un dberichte! 🙂

          Gefällt 1 Person

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