Schlaflos in Kreisstadt

Es ist unerträglich heiß. In meinem Zimmer hat es, Stand 00:42 Uhr, noch immer 28° Celsius. Dabei hilft es natürlich nicht, dass ich sowohl das Netbook als auch das Licht laufen habe. Warum ich so bescheuert bin, mir diese Wärmequellen an den Hals zu schaffen?

Naja, weil ich nicht schlafen kann. Denn dafür ist es zu warm. Ein typischer Fall von catch-22. Es ist sogar so warm, dass das Netzkabel meines Laptops den Geist aufgegeben hat, weshalb ich nun am Netbook sitze, mit einem Laptray auf dem Schoß, welcher meine Körpertemperatur nur noch höher treibt.

 

WARNUNG: Was nun folgt, ist hauptsächlich ein Jammereintrag, um mir ein wenig Frust von der Seele zu schreiben. Die folgenden Sätze könnten werden ganz sicher euer Bild von mir ändern. Wer also trotzdem weiterlesen mag, der tut dies auf eigene Gefahr, wohlwissend, dass er oder sie danach diesen Blog vielleicht nicht mehr aufsuchen wird.

 

Mein Kopf ist heute auch viel zu voll. Man glaubt es kaum definitiv, aber ich bin kein Frauenheld. Ganz im Gegenteil, ich komme alles andere als gut an. Ist aber so, und an gefühlt 325 Tagen im Jahr macht mir das auch nichts, und die restlichen Tage überstehe ich auch so irgendwie. Halbwegs. Den Schmerz bin ich mittlerweile auch gewohnt. Sicher, an manchen Tagen ist es besonders schlimm, und da hilft es auch nur, den Kopf unter die Decke zu stecken – aktuell leider keine gute Idee – und eine CD mit passender Musik einzulegen. Also, je nachdem, in welcher Phase der Verarbeitung ich mich befinde, entweder Dido oder Nightwish. Die beiden gehen eigentlich immer, egal, ob es White Flag oder Feel for you ist. Und meist bin ich am nächsten Tag auch wieder auf dem Damm. Und mit den Jahren lernt man auch, voll funktionsfähig zu sein. Sprich, mit dem Verlassen des Hauses sitzt die Maske, das Lächeln geht locker vom Hocker und man erkennt bestenfalls an den Augen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Sofern man sich die Mühe macht, hinzuschauen. Aber wie sang Freddie eints so schön: The Show must go on. Egal, was man da draußen alles zu sehen oder zu hören bekommt. Egal, wie oft mn sich denkt: Warum er und nicht ich? Ich weiß übrigens sehr wohl, dass das nicht gerade sexy ist, aber hey, solche Gedanken tauchen nun einmal auf. Was nicht heißen soll, dass es konkret um die Situation oder Partnerin geht, die man da vor Augen hat. Eher ein Gefühl des Neids im Sinne von: Da hat jemand etwas, das ich auch gerne hätte. Warum, und wie kann ich das auch? Wenn man länger darüber nachdenkt, sind das selbstverständlich sehr ungesunde Gedankengänge, aber abschalten lassen die sich natürlich nicht. Inside my heart is breaking, but my smile still stays on.

 

Und dann gibt es Tage wie diesen, an dem zum üblichen Dreck noch viel mehr dazukommt. Wenn ich also feststelle, dass ich erst mein biblisches Alter erreichen muss, um zum ersten Mal überhaupt einen Korb geben zu „dürfen“. Einem Menschen, den ich schätze und mit dem ich mich gut unterhalten kann, für die ich jedoch absolut kein Interesse habe im Hinblick auf „mehr“, wie man so schön sagt. Und das ist scheiße. So. Ganz einfach. Sieben Buchstaben – hoffentlich nicht verzählt – die diese Situation beschreiben. Ich, der ich nie gut ankomme und mit mehr Glück als Verstand meine bisherigen Erfahrungen sammeln durfte, bin nun zum ersten und vermutlich auch zum letzten Mal in der Situation, eine Frau abweisen zu „dürfen“. Mal ganz davon abgesehen, dass ich davon keine Ahnung habe und permanent darauf bedacht war, die üblichen, widerlichen Phrasen zu vermeiden, die zwar trösten sollen, aber im Grunde nur noch mehr weh tun – mal ehrlich, wer kam auf die Idee, der Satz „es liegt nicht an dir, sondern an mir“ sei irgendwas anderes als verletzender Bullshit?! – und die ich bereits zur Genüge kenne. „Lass uns Freunde bleiben“ ist so ein Mist, wenn man am liebsten mehr hätte, stattdessen aber dabei zusehen kann, wie der- oder diejenige, welche, einen Partner findet. Da kann Mann sich auch gleich in die Nüsse treten lassen. Ich bemühte mich also, einen Eiertranz aufzuführen, um möglichst wenig zu verletzen und dabei doch klar genug zu sein. Es stimmt schon, je eher man Klartext redet, umso besser, auch wenn es verdammt weh tut, so oder so.

Und das tut auch mir weh. Weil ich hier vielleicht eine gute Freundschaft verloren habe. Weil ich jemandem weh tun musste, damit sie sich nicht noch länger Hoffnungen macht, die nie erfüllt werden. Und eine kleine Stimme in meinem Hinterkopf flüstert mir zu, dass ich doch bescheuert bin, eine Chance verstreichen zu lassen – während die restlichen 99% meiner Selbst ganz genau wissen, dass das nie funktioniert hätte. Ganz definitiv nicht. Ich weiß, dass das – dass ich – deswegen verabscheuungswürdig bin, aber ich bin auch nur ein Mensch, auch ich habe Gefühle, möchte gemocht, geschätzt und geliebt werden. Weshalb ich die kleine Stimme verstehen kann, so irrsinnig und dumm sie auch ist.

Erschwerend kam hinzu, dass ich mir bereits die ersten Vorwürfe anhören durfte. Ich kann es ja verstehen, aus dem Schmerz und der Enttäuschung heraus kommen nun einmal Aussagen, die man sonst nie getätigt hätte. Aber mir vorwerfen, ich würde ja eh nur an das Eine denken, und jemand, der dies nicht täte, hätte erst gar keine Chance bei mir, das tut weh. Sehr. Denn auch wenn ich mir nie zu fein bin, einen dummen Spruch zu reißen, den meistens auch nur ich selbst witzig finde, ich denke beileibe nicht nur an das Eine, wenn meine Gedanken um das Thema Partnerschaft oder Beziehung kreisen. Und als jemand, der auch alles andere als früh unterwegs war, bin ich ganz sicher der letzte Mensch auf Erden, der andere deswegen schief ansehen oder ihnen wie auch immer deswegen Vorwürfe machen würde, wenig bis gar keine Erfahrung zu haben.

 

Und deshalb sitze ich nun hier und verfasse einen Eintrag, anstatt einfach schlafen zu gehen. Weil mir zuviel durch den Kopf geht, die Emotionen zu sehr aufgewühlt sind. Eigentlich will niemand diesen Text hier lesen, und eigentlich geht es ja auch niemanden an, was mir gerade passiert ist, oder wie ich mich fühle. Aber heute denke ich mir, dass das hier mein Blog ist, dazu da, Dinge festzuhalten, die mir wichtig sind. Wann sie mir wichtig sind. Egal, was Hinz oder Kunz darüber denken mögen, was sie über mich sagen werden. Egal, wie unreif sich das hier lesen wird. Hin und wieder habe auch ich Gefühle, und there’s only so much I can withstand.

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31 Antworten zu Schlaflos in Kreisstadt

  1. Wortman schreibt:

    Das ist ganz und gar nicht unreif, sondern ehrlich und aufrichtig.
    Natürlich ist es übel, wenn man einen korb geben muss aber das gehört zum Leben dazu. Warum soll ich etwas machen, von dem ich überzeugt bin, dass es nicht funktioniert? Das gibt schlechtes Feeling und wird sich dann auch in solch einer Beziehung wiederspiegeln. „Lass und Freunde bleiben“ ist der dümmste Satz, den jemand erfunden hat. Das klappt nicht.
    Wenn man klare Verhältnisse schafft, fallen meist immer Sätze, die nicht gesagt werden sollten. Da muss man nicht immer alles zur Hauptrolle machen.

    Suchst du eine Frau? Lass dir gesagt sein, wer „verzweifelt“ sucht, hat eine ganz eigene Aura. Das funktioniert nicht. Es ist, als hätte man ein Schild am Kopf… Ich habe die langjährigen Partnerinnen kennengelernt, nachdem ich für mich beschlossen hatte, ich bleib Single und die „Weiber“ können mir den Buckel runter rutschen“. Soll heißen, du änderst deine Aura, deine Mimik, Gestik – eben alles.

    Wenn es dich beruhigt, jeder Mensch geht mit einer Maske aus dem Haus… niemand zeigt wirklich sein wahres Gesicht und das, was ihn bewegt. Da Internet auch öffentlich ist, war es schon mutig, das zu schreiben 😉
    Kopf hoch… es kommt die Zeit, da nimmst du diese Minustage gar nicht mehr wirklich wahr. Wenn doch: Alles im Leben hat seinen Grund. Finde ihn.

    Keine sorge, ich bleibe als Leser und Kommentierer erhalten 🙂

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Danke, Wortman, für deine lieben Worte. Du hast recht, es bringt ja nichts, sich und jemand anderem etwas vorzumachen, was nicht existiert, das wird dann hinterher nur umso schmerzhafter. Besser jetzt den Schmerz mit absehbarem Ende, als sich hinterher Vorwürfe zu machen und anzuhören – zurecht.
      „Freunde bleiben“ funktioniert, wenn es kein böses Blut gibt, und man genug Abstand voneinander hat, um keine Gefühle mehr zu haben. Da das aber in Korbgeschichten eine Partie eher nicht mag, zumindest kurz- und mittelfristig, ist es das Beste, erst einmal auf Distanz zu gehen und abzuwarten.
      Nein, ich nehme ihr die Aussage auch nicht übel, ich weiß ja, warum das kam, es schmerzt nur im ersten Moment.
      Ich suche ja nicht besonders aktiv, erzwingen lässt es sich ja sowieso nicht. Aber ja, du hast schon recht, man muss ein wenig entspannter unterwegs sein. Aber gut, es kommt, was kommt, oder auch nicht, ihc denke mir, dass es gerade heutzutage, wo sowieso alles so schnellebig ist, auch eine gehörige Portion Glück und Zufall braucht.

      Ich weiß nicht, ob es so mutig war, es musste einfach raus, und auch wenn das Netz ja öffentlich ist, ist der Blog doch auch eine Art Tagebuch. Sicher, manche Sachen werden niemals ihren Weg hierher finden, aber diesmal passte es eben hierhin.

      Noch einmal: Danke, lieber Wortman!

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      • Wortman schreibt:

        Du weißt doch, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende 😉
        Bei den korb – Sachen ist Distanz immer nötig. niemand kann am nächsten tag völlig frei vor dem anderen stehen. Ich würde sagen, halte Funkstille und warte erstmal ab, ob sie sich von alleine beruhigt.

        Wenn du unterwegs gehst und frauen nur als netten „Kaffeeplausch“ betrachtest, wirst du merken, es ergibt sich eine komplett andere Sichtweise und über kurz oder lang, werden sich ganz andere Dinge ergeben.

        Es ist immer gut, wenn man manche Dinge mit „Fremden“ diskutiert. Freunde und Verwandte reden einem meist doch nur nach der Nase.

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Definitiv!
          Jepp, ich werde erst einmal Funktstille halten und abwarten.
          Vermutlich hast du recht, aber alleine geh ich so gut wie nie was trinken oder so, das ist so gar nicht mein Fall. 😳
          Aber so im Alltag klappt das ganz gut.

          Und auch im letzten Absatz hast du recht – du bist eben ein weiser Mann – Freunde und co. sind da ein wenig vorbelastet und sagen nicht unbedingt ihre richtige Meinung, auch, um nicht zusätzlich zu verletzen oder so.

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        • Wortman schreibt:

          Ich hab früher öfters in Cafes gesessen… da kommt man auch hier und da zu Gesprächen 😉 Manchmal ist das gar nicht so übel, alleine los zu gehen…

          Richtig. Deswegen kann es auch mal ganz gut sein, Fremden zuzuhören. Ich weiß ja nicht, ob du jemanden von deinen Kommentierern persönlich kennst.
          Icxh kann dir problemlos was an den Kopf knallen… 😛 😀 Wir sind uns real unbekannt. Natürlich sollte man den möglichen Anpfiff dosieren… sonst bringt das keinen Erfolg.

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Hm, weiß halt nicht, ich hab nicht das Gefühl, dass das meins wäre.

          Was meinst du mit persönlich? IRL, also, in echt? Nein, da kenne ich niemanden. Was vielleicht auch ganz gut so ist. Aber klar, du darfst ruhig schreiben, was dir einfällt, solange es nicht beleidigend wird, kein Problem. 😉

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        • Wortman schreibt:

          Persönlich – real. Du kennst niemanden von deinen KommentatorenInnen. Ich kenne einige meiner Besucher persönlich – durch Bloggertreffen. 🙂

          Ich sage ehrlich meine Meinung aber nicht persönlich beleidigent. Das ist immer das Problem bei Diskussionen in blogs, bei FB etc. Viele User vergessen dabei die Regeln und werden persönlich. Und dann wird es übel… Aus dem Grunde halte ich mich zum Bleistift aus politischen Diskussionen heraus. Hab zu oft erlebt, wie schnell man jemanden das Wort im Mund umdreht und dann persönlich wird…

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Jepp, ich kenne hier niemanden. 😉
          Mich möchte aber auch niemand treffen. 😀
          Nee, ich fänd ein Bloggertreffen ja auch spannend, aber Zeit, Gelegenheit, Wille. Aber gut, halb so wild.
          Ne, so wie du das machst, ist es ja auch richtig, wäre ja noch schöner, wenn man sich verstellen müsste! 😮
          Das, was du berichtest, das geht sowas von gar nicht, und ja, deswegen meide ich auch nach Möglichkeit politische Themen und/oder Themen, die Ärger mit sich bringen. Meistens zumindest. Reicht mir, hin und wieder die Kommentare bei der Zeit oder dem Spiegel zu lesen, da wird mir schlecht genug.

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  2. Marille Gruenblatt schreibt:

    Lieber Kreis,
    Ich fand den Eintrag gar nicht abschreckend sondern sehr menschlich. Mag da auch eine gewisse Frustration und Verzweiflung mitschwingen, der Text liest sich trotzdem reflektiert und gar nicht „unreif“.

    Es stimmt leider: eine Freundschaft zerbrechen zu sehen/spüren, das tut sehr weh. Und es gibt auch gar kein Rezept, Situationen wie diese zu vermeiden. Wenn Du nicht bewusst mit ihren Gefühlen gespielt hast, sondern viel mehr noch, keine Ahnung hattest, kannst Du nichts tun. Dass sie mit Vorwürfen reagiert, ist natürlich nicht fein – allerdings ist es schwierig, in so einer Lage einen kühlen Kopf zu bewahren. Und es gehört viel dazu, so einen Moment taktvoll und behutsam und für alle Beteiligten angenehm über die Bühne zu bringen. Wahrscheinlich ist es für sie (unbewusst) leichter, das Ende in einem Konflikt zu sehen, als in einer Abfuhr.

    Ich hatte diese Schuhe auch schon an; die, in denen man im Leben einer anderen Person der Böse ist, der mit Körben und Ansprüchen und „er/sie will mich nicht“… Da war es nicht möglich, die Freundschaft am Leben zu erhalten. Vielleicht deshalb, weil ich zu wenig Klartext geredet habe und der Eiertanz nur noch unangenehm war? In meinem Freundeskreis gibt es jedoch einige Fälle, wo das (eine gewisse Zeit lang) trotzdem gut gegangen ist. Gib die Hoffnung also nicht auf – vielleicht könnt ihr euch, nachdem die Emotionen wieder abgekühlt sind, wieder als Freunde annähern.

    Was die Maske angeht: jeder trägt sie.

    Alles Liebe Dir!

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Danke für deine lieben Worte, Marille. Ich weiß auch nciht, ob ich mich hätte besser verhalten können (sicherlich, objektiv betrachtet, aber aus der Situation und meinem Erfahrungsschatz heraus eher nicht), und ob ich wirklich behutsam war, oder nicht doch unsensibel, tolpatschig oder sonstwas.
      Ich denke, nachdem nun Klaretxt geredet wurde, ist immerhin eines erledigt: Der Eiertanz. Jeder kann seine Wunden lecken – sie vermutlich ihre länger, angesichts der Umständ – und vielleicht ergibt sich in einiger Zeit ein Neuanfang, wer weiß. Aber das braucht sicherlich sehr viel Zeit, damit es eben nicht doch nur schmerzhaft wird, weil jedes Wort und jede Handlung doch wieder nur auf der Goldwaage landen.
      Schwierig, mit so einer Situation umzugehen. Und wenn du das aus deinem Freundeskreis auch kennst, dann weißt du sicher, wie zermürbend so eine ungünstige Konstellation sein kann.

      Noch einmal: Danke! 🙂

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  3. tinatainmentia schreibt:

    Achje, und ich habe mich schon über deinen nicht ganz so heiteren Ton in der nächtlichen Mail gewundert.

    Naja, was ich dazu sagen soll, weiß ich so recht auch nicht, ohne zum Phrasendrescher zu werden, was ich überhaupt nicht will.
    Ich kann die Situation jedenfalls sehr gut verstehen, ich musste da mit einem eigentlich sehr guten Freund leider auch schon durch, und das hatte sich leider über Jahre immer weiter zugespitzt. Das tut weh, klar, damals, als es zum endgültigen Schlussstrich kam (denn nein, das „Freunde sein“ funktioniert wirklich niemalsnicht, das haben wir versucht), wie heute manchmal immer noch, mehr als ein Jahr danach. Das sind traurige Situationen, und oftmals Menschen, um die es schade ist, aber so spielt das Leben nun mal. Wenn du dich nicht für sie interessierst, dann bringt das auch alles nichts.
    Umso ehrenhafter finde ich es, dass du sie eben nicht ‚ausgenutzt‘ hast. Dass du eben nicht mehr an deinen ersten Absatz gedacht hast und dir dann dachtest: „Bevor ich ganz alleine bleibe, nehme ich lieber die, denn die will mich.“ Klar könnte man jetzt argumentieren, dass das ja auch ein Unding wäre und gar nicht ginge usw., und das daher gar nicht in Frage kam. Tatsächlich ist es mit der Schwarzweißmalerei aber eben auch da nicht so einfach: Nein, es wäre nicht in Ordnung, aber ja, es gibt leider genug Menschen, die so handeln, weil sie eben verzweifelt/tieftraurig/keine Ahnung was sind und nicht anders können, als sich begeistert auf die nächstbeste Person, die Interesse zeigt, zu stürzen und daran zu klammern. Deshalb finde ich das wirklich gut, dass du so gehandelt hast, auch wenn es wehtut und die Kommentare, die man da zwischen den Zeilen rauslesen kann, sicher nicht besonders nett anzuhören waren.

    P.S.: Außerdem weiß sogar ich, dass du, auch wenn du gern mal den ein oder anderen zweideutigen Scherz machst, nicht nur an ‚das Eine‘ denkst, definitiv nicht. Da scheint die Dame dich also nicht allzu gut gekannt zu haben oder einfach schmollend irgendwas vorgeschoben zu haben. Das muss dich wirklich nicht treffen, denn dass sie damit im Unrecht ist, weißt du ja.

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Auch dir Danke für die lieben Worte, Tina.
      Ja, irgendwie muss man da durch, diesmal musste ich mir aber ein wenig Luft machen. Ich denke auch, dass es sehr schwierig ist, das „Freunde bleiben“ zu schaffen. Das kann höchstens dann funktionieren, wenn absolut keine Gefühle mehr im Spiel sind, aber das braucht zwei Dinge: Zeit und Abstand. Sehr viel Zeit, und Abstand.
      Ja, ich kenne das auch, dass es Menschen gibt, die einfach nehmen, was sie bekommen, nur, um nicht alleine zu sein. Aber das ist nichts für mich, und das könnte ich auch gar nicht, jemanden auf diese Art und Weise auszunutzen und zu benutzen.

      PS: Danke. Ich gehauch davon aus, dass es eben eine Trotz- und Schmerzreaktion ist, was ich ja nachvollziehen kann.

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  4. Schlopsi schreibt:

    Ach Mensch, zu gerne würde ich dir nach diesen aufrichtigen und ehrlichen Zeilen schreiben „Kopf hoch“, aber danach scheint dir gerade nicht zu sein. Trotzdem: Lass dich nicht hängen.

    Beziehungen, egal ob am Anfang oder am Ende, sind immer kompliziert. Und manchmal stolpert man so wie du in solche zwicklichen Lagen, in denen man dem anderen wehtun muss, auch wenn man es gar nicht will. Aber es ist immer die bessere Alternative für Klarschiff zu sorgen, als ewig um den heißen Brei zu reden oder sich auf halbe Sachen einzulassen, bei dem man dem anderen erst Hoffnung schenkt und sie dann eisig zerschlägt. So ist das leider und daran lässt sich auch nichts rütteln, weswegen man die Zähne zusammenbeißen und da durch muss. So ist die Enttäuschung vielleicht erträglicher, als wenn sie sich über längere Zeit anstaut.
    Schön zu lesen, dass du so kavalliersmäßig gehandelt hast. Finde ich einen ganz starken Charakterzug von dir. Umso schmerzlicher ist es da, in diese erbärmliche Kiste gesteckt zu werden… das ist Frust, das ist Enttäuschung, das ist in gewisser Weise auch nur menschlich. Auch wenn es wehtut und du dir die größte Müge gegeben hast, es möglichst ohne Palaber „über die Bühne zu ziehen“.
    Am Ende bleibt nur zu sagen: „Kopf hoch“, das Leben muss weitergehen. Es ist einfach so und das ist die bittere Ironie da drin.

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Danke für deine lieben Worte. Sicher wird es mit der Zeit besser, aber gerade überwiegt noch so eine Mischung aus Überraschung, dass sowas überhaupt passieren konnte, Trauer, dass da eine Freundschaft ins Straucheln gerät, und Ratlosigkeit, was ich hätte anders tun können.
      Ob ich so ein Kavalier war, das möchte ich lieber nicht beurteilen. Wenn ich früher etwas gemerkt hätte.

      Natürlich werte ich die Aussage als Schmerz-, vielleicht auch als Trotzreaktion, aber im ersten Moment tut es schon sehr weh. Aber gut. Es geht weiter, igrendwie.

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      • Schlopsi schreibt:

        Das ist nur menschlich. 😉
        Es ist zwar hart, aber sich darüber nun den Kopf zu zerbrechen bringt dich/euch auch nicht weiter. Was geschehen ist, ist geschehen . Natürlich steht die Frage im Raum, wie es denn nun weitergeht. Aber das kannst nur du dir beantworten.

        Aber genau das ist doch der Punkt in der Liebe oder in Beziehungen: Wäre alles von vornherein klar, dann wäre es doch viel zu einfach…

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Stimmt. Weswegen ich so langsam versuchen werde, wieder zum Alltag überzugehen. Ich kann sowieso nichts tun, und ich bin der mit dem vergleichswiese kleineren „Problem“, bzw. Schmerz.

          Haha, stimmt auch wieder, und es macht ja auch Spaß, miteinander zu scherzen und zu flirten. Aber in dem Moment, wo es auf unterschiedlichen Vorstellungen basiert, wird eben einer verletzt.

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  5. Wortman schreibt:

    Bei den Kommentaren (auch bei yahoo Nachrichten etc.) bleibt einem teilweise die Spucke weg.

    Bloggertreffen sind cool. In welcher Stadt wohnst du noch? Ist das weit bis nach München?
    https://wortman.wordpress.com/2011/07/03/das-bloggertreffen/
    Das war im Augustiner Biergarten 🙂

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  6. Wortman schreibt:

    Das Bloggertreffen 2010 in Berlin war auch geil. Da siehst mal, was der Wortman alles auf sich nimmt 😉
    https://wortman.wordpress.com/2010/10/24/bloggertreffen-in-berlin-teil-1/

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  7. Pingback: Ich hab Mails | pimalrquadrat

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