Deutschland…

… hatte den USA nach dem 2:0 nicht mehr viel entgegenzusetzen.

 

So steht es heute morgen im Videotext der ARD. Hm, vermutlich haben wir ein anderes Spiel gesehen, denn bis auf den Beginn der zweiten Halbzeit, bis zu dem größzügigen Elfmeter für Popps Fall, hatte Deutschland den USA niemals etwas entgegenzusetzen, ganz im Gegenteil. Auch wenn der Unterschied nicht ganz so groß war wie gegen Frankreich, so zeigte sich hier doch eine Tendenz, die sich durchs gesamte Turnier zog. Denn mal ehrlich, die Fußballzwerge Elfenbeinküste und Thailand wegzuschießen, das ist nicht schwer, wenn man sich vor Augen führt, dass beide Länder zusammen vielleicht das halbe Budget der DFB-Damen zur Verfügung haben, wenn überhaupt. Sobald es aber gegen bessere Mannschaften ging, klappte nicht mehr viel, mit Ausnahme des Spiels gegen Schweden. Unentschieden gegen Norwegen, sehr glücklicher Sieg gegen Frankreich (Das Handspiel im deutschen Strafraum hab ich noch immer nicht verdaut!), und gestern eine erste Halbzeit zum Vergessen, so schlecht wie sie war, und eine zweite, die stark begann und ebenso stark nachließ. Besonders putzig dann der Versuch, Hope Solo runterzumachen, indem man ihr als Kommentator reinwürgt, sie habe ja – implizit wird hier mitgegeben, dass dies i mGegensatz zu Nadine Angerer steht – im Spiel keine Weltklasseparaden zeigen müssen. Nur geht der Schuss in den Ofen, denn der Grund, aus dem sie solche nicht zeigen musste, ist ganz einfach der, dass sich Deutschland keine einzige gute Torchance erarbeitet hat. Soviel also zum Thema Entgegensetzen.

Eine Kollegin meinte gestern dazu, dass die deutschen Damen wie Dampfwalzen spielen würden, einfach alles platt machen, anstatt spielerisch zu glänzen. Als sich Popp vorhin die Hörner abstieß, musste ich wieder daran denken und dem zustimmen. Besonders zum Lachen brachten mich also Aussagen von wegen Deutschland hätte ein tolles Turnier gespielt, was zwar angesichts des Ergebnisses dritter oder vierter Platz auf den ersten Blick gerechtfertigt scheint. Bei genauerem Hinsehen aber erkennt man, dass sie ein Spiel zu spät verloren haben, so ein Halbfinalist macht keine gute Werbung für den Sport.

 

Auf einer persönlicheren Ebene habe ich mich tatsächlich über den verschossenen Elfmeter gefreut. Ja, das ist klein, gemein und niederträchtig, aber bereits die Art und Weise, wie die Momente vor dem Elfmeter kommentiert wurden, brachten mich in Rage, und dann Šašićs Blick zur Bank, bevor sie antritt – dieses fast schon hämische, arrogante Grinsen fand ich deplatziert. Zu dumm, dass dieser Elfmeter nicht ungefähr 95 Spielminuten früher verschossen wurde, sonst hätten wir vielleicht ein attraktiveres Halbfinale USA-Frankreich zu sehen bekommen.

Dass die USA dann ebenfalls einen großzügigen Elfmeter zugesprochen bekamen – der vermutlich knapp keiner war – naja, das nenne ich ganz einfach Karma. Wer durch glückliche Elfmeter seine einzigen gescheiten Torchancen bekommt, der verdient es eben, genau so in Rückstand zu geraten.

Nun hoffe ich auf die Neuauflage des WM-Finals von 2011, USA-Japan, und da möge dann die bessere Mannschaft gewinnen.

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