Von Zeugnissen

Angeregt von Frau Henner und Tina habe auch ich ein wenig in alten Zeugnissen gestöbert und präsentiere euch hier eine kleine Auswahl meiner Bewertungen. Da ich in dem Sinne keine „besonderen“ Einträge habe, kommt einfach zu jeder Klassenstufe eine kleine Auswahl. Enjoy!

Verhalten:

„Zu seinen Lehrern gewann Pi mal R ein offenes und vertrauensvolles Verhältnis.“

Das zeichnete sich also schon in Klasse 1 ab, dass ich gut mit Lehrern auskam. Hat sich nicht geändert! Wie ging es in Klasse 2 weiter? Zunächst das Halbjahr:

„Pi mal R kam im allgemeinen gut mit seinen Klassenkameraden aus, nahm jedoch auch gern die Gelegenheit wahr, andere zu necken, und löste auf diese Weise Streitereien aus.“

Öhm, ja, ich necke gerne. Dass daraus Streitereien entstanden sind, hab ich zwar noch so ungefähr im Gedächtnis, dennoch überrascht mich das. Mittlerweile hab ich wohl beim Necken die passende Mimik, um dem Ganzen die Spitze zu nehmen.

Und nun das Endjahreszeugnis: „Pi mal R wurde im Umgang mit seinen Mitschülern offener und zugänglicher, sein Verhältnis zu diesen war meist ungetrübt. […] Stets zeigte er Umsichtigkeit und Verläßlichkeit.“

Hachja, ich bin nun einmal nicht sehr zuänglich, dass das aber schon in Klasse 2 so war?! Wahnsinn!

Arbeiten:

„Pi mal R nahm stets rege am Unterricht teil und gab überlegte Antworten. […] Es fiel ihm leicht, sich Inhalte des Unterrichtsstoffs zu merken.“

Klasse 2, Halbjahr:

„Pi mal R beteiligte sich stets aufgeschlossen und wißbegierig am Unterrichtsgeschehen und konnte Vorwissen einbringen. Er arbeitete ausdauernd und dem eigenen Können vertrauend.“

Das mit dem Vorwissen zog sich bis ins Studium, ich hab eben viel davon. :mrgreen:

Interessant aber, dass ich dem eigenen Können vertraut hab, das hab ich im Studium ein wenig verlernt, nicht zuletzt, da die ersten zwei Semester Mathe ziemlich heftig waren. Wobei, in Geometrie hatte ich dann wieder Selbstvertrauen gewonnen.

Klasse 2 Endjahr: „Pi mal R wirkte in den meisten Unterrichtsfächern interessiert und lebhaft mit. Er vertrat seine eigene Meinung, respektierte aber auch die Ansichten anderer. Denk- und Arbeitsprozesse, die über einen längeren Zeitraum gingen, ließen seine Anstrengungsbereitschaft nicht erlahmen. Auf neue Aufgabenstellungen stellte er sich schnell ein.“

Hm, lebhaft, soso. 😀

Lernen:

„Flüssig und gut leserlich [Hervorhebung durch mich] schrieb er Texte ab und konnte geübte Sätze nahezu fehlerlos aus dem Gedächtnis niederschreiben. In der Mathematik rechnete Pi mal R sicher, rasch und ohne zusätzliche Hilfsmittel im erarbeiteten Zahlenraum bis 20 […].“ Tehe, Mathe und ich, das fing schon früh an! Wie geht es aber weiter zum Halbjahr von Klasse 2?

„Er vermochte auch anspruchsvollere Texte fließend und richtig betont vorzutragen und konnte sich dazu äußern. Es fiel ihm nicht schwer, sich im Klassengespräch sachgerecht und partnerbezogen zu äußern. […] In Mathematik fand sich Pi mal R im Hunderterraum problemlos zurech und rechnete geläufig und sicher in den erlernten Grundrechenarten.“

Yay!

Ende der zweiten Klasse: „Pi mal R las unbekannte Texte mit Einfühlungsvermögen und Geläufigkeit vor. Den Sinn und die Absicht des Gelesenen erfaßte er klar und war fähig, die Aussage zu beurteilen. Seine Rechtschreibleistung blieb beständig und oft fehlerfrei,  das Schriftbild war jedoch nicht ganz ausgewogen.“

Ähem, joa, ich und mein Schriftbild, die unendliche Geschichte. Kaum zu glauben, dass ich dann in der vierten Klasse dennoch die 2 für „Schrift und Gestaltung“ bekam! 😀

 

In der vierten Klasse dann wurde die Beurteilung mit Füller von Hand geschrieben, die arme Klasselehrerin, die das bei allen Schülern machen musste! Da ich aber auch hier nur gelobt werde, erspare ich uns diesen Teil und springe in die Klassen 5 und 6.

„Pi mal R verfolgt den Unterricht während des gesamten Jahres zurückhaltend, aber aufmerksam. Er zeichnet sich durch Fleiß und große Lernbereitschaft aus. […] Im Umgang mit anderen verhielt er sich ruhig und zurückhaltend, aber immer freundlich.“

Tja, das Gymnasium hat mich ziemlich eingeschüchtert. Und da ich mit der Zahnspange und dem englischen „th“ ziemliche Probleme hatte, hielt ich mich mündlich ebenfalls zurück. Und erneut: Zurückhaltend anderen Menschen gegenüber, daran hat sich nichts geändert…

„Pi mal Rs große Lernbereitschat zeigte sich auch in seinem umfangreichen Allgemeinwissen. Beim selbständigen Arbeiten ging er zielstrebig und exakt vor. Oft bereicherte er den Unterricht durch eigene Gedanken.“

 

Nun, Wissbegierigkeit und gutes Allgemeinwissen, die hab ich nach wie vor. Zurückhaltend bin ich im Umgang mit meinen Mitmenschen ebenfalls, und necken bzw. Wortwitze bereiten mir nach wie vor großen Spaß – zum Leidwesen meiner Mitmenschen, also hat sich auch daran nichts geändert. Mein Schriftbild wurde im Laufe der Jahre nicht besser, also erneut: Volltreffer!

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14 Antworten zu Von Zeugnissen

  1. tinatainmentia schreibt:

    Ach schön, da hast du ja ähnliche Entdeckungen gemacht wie ich, also dass du eben schon in der Grundschule so ziemlich du warst. 😉 Nur die gut leserliche Schrift, die hast du dann innerhalb von zwei Jahren wohl abgelegt… :mrgreen:
    Aber übrigens: Hey, ich hatte in Mathe damals ja auch „in allen Bereichen hervorragende Leistungen“, also, darauf bin ich ja immer noch stolz, auf diesen Satz! XD Nur ging das bei mir dann irgendwie anders weiter… 😀

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  2. Wortman schreibt:

    sein Verhältnis zu diesen war meist ungetrübt… hast du in der 2. Klasse schon Bier dabei gehabt? 😀
    Warst du ein Streber? 😉

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Wenn man so will, ja. Ich hatte eigentlich immer gute bis sehr gute Noten, sieht man mal von den ersten paar Jahren aufm Gymnasium ab, in denen ich ein wenig zu kämpfen hatte. Gut, es waren halt immer noch 2er und 3er, aber ab Klasse 9 verschob es sich Richtung 1er und 2er. 😉
      Und ja, ich kam tatsächlich mit allen Lehrern gut aus. Lag vielleicht auch daran, dass ich in allen Fächern ganz gut war und ihnen mit Höflichkeit und Respekt begegnete?

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      • Wortman schreibt:

        Höflichkeit und Respekt ist wohl das, was in den heutigen Schulen total fehlt… zumindest kommt es mir oft so vor.
        Meine große Tochter kann es notenmäßig mit dir aufnehmen 😉 Ich bin da nicht so gut gewesen – außer in den Ausbildungszeugnissen 😀
        Streber hin oder her, man lernt für sich und nicht für Andere. Andere Meinungen waren mir da auch nicht wichtig in der Schule.

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  3. lilohenner schreibt:

    Ich habe irgendwo gelesen, dass sich die Persönlichkeit bis ungefähr 30 entwickelt, aber ich habe auch so das Gefühl, dass man mit zehn schon ziemlich einschätzbar ist. Man reift, aber ein Mensch ändert sich selten grundsätzlich (das gibt es zwar, aber dann spielen meist dramatische Umstände eine Rolle – im Positiven wie im Negativen).

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Ja, die Grundlagen der späteren Persönlichkeit dürften wirklich schon sehr früh da sein, und so viel wird sich danach auch nicht mehr ändern, da hast du mit Sicherheit recht.
      Trotzdem fühlt es sich komisch an, daran zu denken, welche Eigenschaften einen schon seit 20+ Jahren begleiten. 😀

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