Stöckchen: Hochgradig überfällige Buchverfilmungen

Ich reiße mich mal für ein paar Momente von der Lektüre von White Sand, um das erste Stöckchen der singenden Lehrerin zu bearbeiten, nämlich längst überfällige Buchverfilmungen. Ausgedacht hat sich das Ganze MaGo-Filmtipps.

 

Nun denn, auf ins Gefecht!

 

The Wheel of Time – Robert Jordan

Und gleich mogel ich. Fängt ja gut an. 😀

Warum? Weil das Rad der Zeit, wie es auf Deutsch heißt, eine ganze Buchreihe ist, mit insgesamt 15 Bänden, um die 10.000 Seiten, tausenden Figuren und und und. Worum es geht? Nachdem vor 3000 Jahren die Welt an den Rand der Zerstörung gebracht wurde, als männliche Magier (Aes Sedai) wahnsinnig wurden und ihre Magie unkontrolliert einsetzten, verfiel die Welt wieder in einen annähernd mittelalterlichen Zustand. Magie wird nun nur noch von Frauen ausgeübt, männliche Magier werden „stilled“, sprich, ihrer Fähigkeiten beraubt und vegetieren danach nur noch vor sich hin oder begehen Selbstmord, oder sie werden einfach gleich von Nachbarn oder eben den weiblichen Aes Sedai umgebracht. Die weiblichen Magier (nach wie vor unter dem Namen Aes Sedai bekannt), sind eine der einflussreichsten Organisationen, beraten und „beraten“ (d.h. beeinflussen, schüchtern ein etc.) Könige und Königinnen. All das wird eines Tages über den Haufen geworfen, als der Drache wiedergeboren wird, denn seine Geburt läutet Tarmon Gaidon, die letzte Schlacht ein, in der die Menschheit gegen den Dunklen König kämpfen wird. Da der Drache aber ein männlicher Magier ist, sieht er sich 3000 Jahren an Vorurteilen ausgesetzt, ganz zu schweigen von der Begeisterung seiner Mitmenschen darüber, dass nun das Ende der Welt anbricht. Und dann sind ja noch die Verlorenen, 13 der mächtigsten Aes Sedai von vor 3000 Jahren, die sich dem Dunklen König verschrieben hatten, und die langsam wieder erwachen…

Puuh, gar nicht so einfach, die Handlung „kurz“ zusammenzufassen, vor allem, da mir beim Schreiben auffiel, wie viel man da noch erzählen könnte. Wie dem auch sei, die Welt, die Jordan geschaffen hat, ist unglaublich umfangreich, komplex, gut durchdacht (besondere Erwähnung verdienen die Aiel, über die ich aus Spoilergründen nichts weiter schreiben werde) und unterhaltsam. Eine Verfilmung, besser, eine Serie, wäre hochgradig fesselnd, sofern die Spezialeffekte für die Magie gescheit sind und die Handlung der Bände 6-10 angepasst wird. Diese Bände sind, handlungstechnisch, auch der große Schwachpunkt der Reihe, aber gut. Ohne diese mäandrierende Handlung im Mittelteil gibt es viele Höhepunkte, verschiedenste Charaktere mit eigenen Geschichten, und über allem steht drohend der Dunkle König.

Die behandelten Themen reichen von Wiedergeburt und der Frage danach, inwiefern man sein Schicksal selbst bestimmt oder es von Prophezeiungen vorherbestimmt ist, bis hin zu Sexismus in der Gesellschaft (ja, die Welt ist sexistisch, da die weiblichen Aes Sedai ihre Macht ausnutzen, um permanent Männer zu unterdrücken – klar, nicht alle, aber die meisten – und auch, zu meinem großen Leidwesen, alle weiblichen Protagonisten in dieses Schema passen, mit Ausnahme von Min, Ninaeve und Moiraine. Wem diese Namen bekannt vorkommen, einfach mal bei König Artus reinschauen, Jordans Kosmologie basiert auf Zirkularität von Zeit, wonach unsere Mythen in einem anderen, früheren Zeitalter, wahr waren, und sich eben die Zeitalter immer wiederholen).

 

Mistborn – Brandon Sanderson

Und schon wieder mogele ich. :mrgreen:

Warum? Mistborn (zu Deutsch: Kinder des Nebels, Krieger des Feuers, Herrscher des Lichts und Jäger der Macht, im Original: The Final Empire, The Well of Ascension, The Hero of Ages, The Alloy of Law) ist eine Buchreihe, mal wieder. Aber, Sanderson schreibt sehr cineastisch, weshalb ich denke, dass sich seine Bücher ganz besonders für Verfilmungen anbieten.

Worum geht es? Die Welt wird beherrscht vom Lord Ruler (sorry, obwohl ich diese vier Bände auf Deutsch hab, bin ich durch das Lesen im englischsprachigen Fanforum so sehr auf die englischen Namen und Ausdrücke geprägt, dass mir die deutschen nicht mehr geläufig sind. 😳 ), dem stärksten Allomanten, der je gelebt hat, mit eiserner Faust regiert. Er und der Adel leben in Städten, kontrollieren Landwirtschaft und das bisschen Industrie, welches der Lord Ruler zugelassen hat, während die Skaa, der Großteil der Bevölkerung, ein Dasein als Sklaven fristet und alle körperlich anstrengenden Arbeiten verrichtet. Gegen dieses, tausend Jahre währende System, begehrt ein Mann auf: Kelsier. Ehemaliger Dieb, Trickbetrüger, Adelshasser und Adelsmörder. Zusammen mit seinen alten Gefährten wagt er sich an seinen größten Coup: Den Sturz des Lord Ruler.

In seine Pläne stolpert ein junges Mädchen, Vin. Als illegitimes Kind eines Adligen und einer Skaa fristet sie ein Dasein auf der Straße, bis sie Kelsiers Aufmerksamkeit erregt.

Warum die Bücher verfilmt gehören? Weil sich, neben der Handlung, das Magiesystem, die Allomantie, sich dafür hervorragend eignen würde. Allomanten können die magischen Fähigkeiten bestimmer Metalle nutzen, nachdem sie diese zu sich genommen haben. Eisen z.B. ermöglicht es ihnen, an Metallen zu ziehen, z.B. um sich auf das Dach eines Hauses zu befördern, oder in einem Kampf mit einem kleinen Zug aus der Gefahrenzone zu kommen. Weißblech etwa erhöht die körperliche Stärke und die Fähigkeit, Schmerz zu ertragen, hat aber den Nebeneffekt, dass Erschöpfung und Schmerz hinterher auf einmal über einen hereinbrechen. Allomanten gibt es in verschiedensten Ausprägungen, mit einem von 10 Talenten, oder eben als Mistborn, der alle Metalle benutzen kann.

Die Handlung in den Bänden zwei und drei zieht sich streckenweise etwas, aber trotzdem wären hier ein paar gute Filme drin, und Potential für eine ganze Filmreihe, nicht zuletzt, da Sanderson ein Ass darin ist, komplexe und spannende Magiesysteme zu erfinden, und neben den bisher vier erschienenen Bänden bis Januar 2016 zwei weitere erscheinen werden, und noch ganze sechs weitere geplant sind. Hört sich viel an? Hahaha, der Kerl plant mit seinem „Cosmere“ an die 45 Romane. Aber ich glaube, das verdient einen eigenen Eintrag.

 

Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens – Sebastian Niedlich

Nachdem ich das Buch dank Schnipseltippse gefunden hatte, habe ich es rasch gekauft und noch rascher gelesen. Worum geht es also? Am Sterbebett seiner Großmutter sieht der kleine Martin etwas, was sonst niemand sehen kann: Den Tod höchstpersönlich! Fortan taucht Tod zu den passendsten und unpassendsten Momenten auf, und begleitet Martin sein Leben lang. Zwischen den beiden entwickelt sich langsam aber sicher eine Freundschaft, die über den Tod hinausgeht.

Ich habe beim Lesen so oft laut loslachen mpssen, einfach, weil die Situationen, in die Tod Martin bringt, urkomisch sind. Weil Tod als Charakter richtig witzig ist, abgebrüht, voll tiefschwarzen Humors, aber dennoch zum Nachdenken anregend.

Mit diesem Buch ließe sich ein toller Film für die ganze Familie drehen.

 

So, und nun soll ich nominieren? Schauen wir mal, wer noch nicht so viel zu Büchern erzählt hat.

 

Tina, du hast doch gerade viel Zeit! 😛

Mellie, damit auch die Jugend liest. 😀

Pendlerin, du hast beim Bahnfahren und Warten auf ebenjene Bahn sicher viel Zeit, viele tolle Bücher zu lesen. 😀

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4 Antworten zu Stöckchen: Hochgradig überfällige Buchverfilmungen

  1. singendelehrerin schreibt:

    Danke fürs Mitmachen! 🙂

    Sehr interessante Bücher bzw. Buchreihen hast du da ausgewählt. Kenne ich alles nicht, klingt aber gut. Letzteres sieht doch nach einem lustigen Film aus! Ich bin ja durch meine Vorspann-Parade auf eine Serie aufmerksam gemacht worden, in der es auch um „Grim Reaper“ geht, klingt sehr lustig: „Dead Like Me“. Sicher nicht die einzige Serie oder der einzige Film, in denen „der Tod“ als Person auftritt, aber gerade als Komödie würde ich mir das gerne ansehen.

    Gefällt 1 Person

    • pimalrquadrat schreibt:

      Musst halt nur bedenken, dass du beim Rad der Zeit 15 Bände hast. Da kann man immerhin das Ende absehen.
      Bei Sanderson sind es momentan vier Welten, von denen zwei Ruhen, eine ist die von Mistborn (vier bereits erschienene Romane, bis Januar zwei weitere, und sechs noch geplant), und die andere Stormlight Archive (zwei Bände erschienen, jeweils 1000+ Seiten, noch acht sind geplant). Dazwischen kommen immer mal wieder andere Sachen heraus, wie gesagt, der Mann ist eine Maschine…

      „Dead Like ME“ sagt mir (noch) nichts, aber danke für den Tipp! 🙂
      Und ja, ich denke auch, dass der Tod, so ernst er ja auch sein mag, durchaus Potential für eine Komödie bietet.

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  2. Danke das du immer wieder an mich denkst und mir ein nettes Stöckchen zuwirfst. (;
    Und noch immer empfehle ich dir: die Rebellin, die Novizin und die Magierin !
    Du wirst es lieben ! 😁

    Gefällt 1 Person

    • pimalrquadrat schreibt:

      Nichts zu danken! 🙂

      Stimmt, das ist auf der Liste, aber, öhm joa, aktuell hab ich noch ein unveröffentlichtes Buch zu lesen, vom dritten Teil der Memoiren der Lady Trent zu schweigen. Aber es ist nicht vergessen! 😳

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