Blogparade: 6×6 – Die Top Sex der erotischsten Szenen in Film und/oder Serie und/oder Literatur

Die singende Lehrerin ruft zur Blogparade auf und interessiert sich für prickelnde Szenen rund um das Thema Sex, und auch wenn ich begeistert zugesagt habe, mitzumachen, kam ich ganz schön ins Schwitzen. Neeeiiin, nicht das, was ihr jetzt sicher denkt. Soo schlimm bin ich auch wieder nicht – zumindest meistens nicht. 😛

 

Nein, das Problem für mich bestand eher darin, überhaupt so viele Szenen zusammenzubekommen. Bei der Suche fiel mir nämlich mal wieder auf, wie eigen doch mein Filmgeschmack ist und wie selten dort Sexszenen, noch dazu besonders prickelnde, vorkommen. Ich mein, ich liebe Zurück in die Zukunft, aber Marty und seine Mutter sind das schärftse, was in dem Film auftaucht – und das ist a) ziemlich harmlos und b) definitiv nicht prickelnd. Und selbst wenn Jurassic Park eine (Dino-)Sexszene gehabt hätte, wäre ich vermutlich der einzige Mensch auf Erden gewesen, der diese für prickelnd befunden hätte.

Aber auch in meiner DVD-Sammlung findet sich erstaunlich wenig dazu, was sicherlich auch daran liegt, dass ich hier hauptsächlich Animes aus den 70ern und 80ern habe, und diese allesamt harmlos sind.

Literarisch könnte ich natürlich aus meinem Sade-ebook zitieren, aber da ich das noch nicht komplett gelesen habe – und ich da auch nicht alles als prickelnd bezeichnen würde – lasse ich das besser. Und Fabliaux sind zwar derb, aber erotisch? Hm, schwer sowas.

Deswegen lade ich euch nun ein, euch meine 3×6 anzuschauen,da es für mehr schlicht nicht gereicht hat. 😳

 

1. Watchmen

Warum? Nun, Mondschein, Dunkelheit, Malin Akerman, und die Musik im Hintergrund! Auch wenn dieses Lied normalerweise eher in traurigen oder nachdenklichen Momenten erklingt, passt es hier, denn mal ganz ehrlich, beim Sex tastet man doch schon ein wenig am Göttlichen, oder? 😉

Glücklicherweise ist die Version im verlinkten Video zusammengeschnitten, denn zwischen dem ersten „Versuch“ im Haus und dem zweiten in Archimedes liegt eine Szene, in der die beiden ein paar Kriminellen die Knochen brechen. Irgendwie ist das für die beiden so eine Art Vorspiel, passt für mich aber eher weniger.

PS: Im Film selbst spielt eine andere, leisere Version von „Hallelujah“, die meiner Meinung nach auch besser passt, aber gut, wie es halt so ist mit Filmausschnitten im Netz…

 

2. Die Sturmkönige – Kai Meyer

Eine richtig tolle Szene, auf einem fliegenden Teppich über dem nächtlichen Samarkand. Super geschrieben und in meinen Augen sehr prickelnd. Ein illegales Rennen auf fliegenden Teppichen durch die Stadt, zwischen Ständen und wachsamen und scharfschießenden Soldaten, plötzlich springt eine leichtbekleidete Frau auf den Teppich und der Protagonist ist gezwungen, das Rennen abzubrechen. Zieht seinen Teppich höher hinauf, und dann…

Man stelle sich einen fliegenden Teppich im nächtlichen Himmel vor, spüre den Wind auf der eigenen Haut und sehe sich selbst, hoch oben im wahrsten Sinne des Wortes,  schweben.

Sie stöhnte schneller, als der Nachtwind in sie eindrang, den Seidenschleier ihres Kleides beiseitewehte und Tarik einlud, dasselbe zu tun.

[…]

Er legte sie sanft auf den Rücken, spreizte ihre Beine und glitt dazwischen. Hinter ihrem Kopf wirbelten ihr langes Haar und die Fransen des Teppichs durcheinander.

[…]

Er erwiderte ihren Blick, beobachtete das Lächeln, das um ihre glänzenden Mundwinkel spielte, eingefasst vom Muster des Teppichs und, jenseits davon, den flirrenden Fackelgestirnen Samarkands.

Meyer, Kai: Die Sturmkönige Band 1: Dschinnland, S. 51f.

Mehr bitte selber nachlesen, es lohnt sich, nicht nur für diese Szene. 😉

Patrick Rothfuss: The Wise Man’s Fear

Ich muss leider gestehen, dass ich Pat Rothfussens Bücher seit drei Jahren nicht mehr angerührt habe. Leider, denn ich weiß noch ganz genau, wie sehr ich mich damals für sie begeistern konnte, wie sehr ich seinen Schreibstil mochte, wie großartig die Welt, die er schuf. Wie spannend und geheimnisbeladen seine Figuren, Orte, Handlungen. Nachdem ich ja seine Lesung aller Wahrscheinlichkeit nach verpassen muss ( 😥 ), habe ich mir die Bücher als Hardcover bestellt und werde beide noch einmal lesen. Aber genug des Geschwätzes, kommen wir zur Sache!

Kvothe, unser junger Held, ist gerade auf dem Rückweg durch einen Wald, als ihm und seinen Begleitern Felurian, eine der Fae, begegnet. Nun ist Felurian nicht irgendeine Fae, Felurian ist berühmt-berüchtigt dafür, Männern den Kopf zu verdrehen, sie sexuell an die Grenze und in den Wahnsinn zu treiben, wodurch alles zu einer Art Spiel mit dem Feuer wird, mehr noch, als sonst. Da Kvothe einige Zeit mit ihr verbringt und ich nicht 70 Seiten zitieren mag, nur ihre erste „Begegnung“:

And I have hold of her. Her hands are tangled in  my hair, pulling me close. Her mouth eager. Her tongue shy and darting. Her breath in my mouth, filling my head. The hot tips of her breasts brush my chest. The smell of her like clover, like musk, ripe apples falen to the ground…

And there is no hesitation. No doubt. I know exactly what to do. My hands are on the back of her neck. Brushing her face. Tangled in her hair. Sliding along the smooth length of her thigh. Grabbing her hard by the flank. circling her narrow waist. Lifting her. Laying her down…

And she writhes beneath me, lithe and languorous. slow and sighing. Her legs around me. Her back arches. Her hot hands clutch my shoulders, my arms, pressing the small of my back…

And she is astride me. Her movements wild. Her long hair trails across my skin. She tosses her head, trembling and shaking, crying out in a language I do not know. Her sharp nails digging into the flat muscles of my chest…

And there is music to it. The wordless cries she makes, rising and falling. Her sigh. My racing heart. Her motion slows. I clutch her hips in frantic counterpoint. Our rythm is like a silent song. Like sudden thunder. Like the half-heard thrumming of a distant drum…

And everything stops. All of me aches. I am taut as a lute string. Trembling. Aching. I am tuned too tight, and i am breaking…

Patrick Rothfuss, The Wise Man’s Fear, S. 856 f.

Wie oben gilt auch hier, selbst weiterlesen, es lohnt sich sowas von, Rothfuss ist einer meiner Lieblingsautoren, auch wenn er sich mit Band 3 arg viel Zeit lässt.

Tja, und das waren sie auch schon, meine 3×6. 🙂

Etwas spät dran, aber besser spät als nie, was?

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13 Antworten zu Blogparade: 6×6 – Die Top Sex der erotischsten Szenen in Film und/oder Serie und/oder Literatur

  1. Marille Gruenblatt schreibt:

    Die Sturmkönige kenne ich, hach ja… Dschinn… – den Rest (abgesehen von Leonard Cohens „Hallelujah“) nicht. Um die Rothfuss-Bücher bin ich früher immer herumgeschlichen, habe sie aber nie gekauft, weil der Klappentext doch nicht sooo packend war.

    Passt zwar absolut nicht zum Thema, aber gibt es eigentlich Szenen in Film und Literatur, die Dich zum Weinen bringen?

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Dir haben die Sturmkönige also auch gefallen? 😉
      Rothfussens Bücher sind anders. Schnapp dir bei Gelegenheit mal den „Namen des Windes“ und lies es an, oder leih es dir aus der Bib. Es lohnt sich. 🙂

      Klar, ich weine bei Hachiko, eigentlich fast ununterbrochen. Oder beim „Herrn der Ringe“, Buch wie Film, gibt es etliche Szenen, die mir nahegehen, z.B. wenn im dritten Teil die Adler auftauchen, oder Gandalf in Moria fällt. Gandalf und Pippin sich im Film darüber unterhalten, dass es nicht so schlimm ist, während um sie herum Minas Tirith dabei ist, zu fallen.
      „Die Bücherdiebin“ hat mich auch zum Weinen gebracht, weil die Geschichte einfach so traurig ist.
      Wie schaut es bei dir aus, gibt’s da Szenen?

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      • Marille Gruenblatt schreibt:

        Eventuell nehme ich mir den Rothfuss für die nächsten Ferien vor 🙂
        Ja, der Herr der Ringe bedient die emotionale Schiene ziemlich stark! Die Filme noch mehr als die Bücher.
        Die Tribute von Panem (die Bücher, im englischen Original) haben mich ziemlich gepackt, da hatte ich plötzlich am Ende Wasser in den Augen.
        Sehr berührt hat mich „Der englische Patient“ von Michael Ondaatje – der Film ist übrigens eine der besten Literaturverfilmungen die ich kenne! Und „Alles was wir geben mussten“ von Kazuo Ishiguro – das war auch ein tränenreicher Nachmittag.
        Kennst Du „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque? Ich habe gelesen und geheult und konnte mit beidem nicht aufhören. Dann noch von Khaled Hosseini „Drachenläufer“. Der Film ist sehr packend.

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Cool, freut micht! 🙂
          Panem ist bei mir ein bisschen rotes Tuch, damit bin ich so gar nicht warmgeworden. 😉
          „Der englische Patient“ ist bei mir zu lange her, um groß Erinnerungen daran zu haben, aber klar, „Im Westen nichts Neues“, was ein Film! Das Buch steht bei mir im Regal, wenn ich mal Zeit und Lust finde, wird das dann auch (endlich) gelesen.
          „Drachenläufer“ werd ich mir mal näher anschauen, das sagt mir jetzt gar nichts, ebenso wie „Alles was wir geben mussten“. Aber da du mit japanischen Namen angefangen hast, muss ich den hier nachreichen: „Die letzten Glühwürmchen“ von Ghibli. Ohje, was hab ich geheult… Der Film ging mir richtig an die Nieren.

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        • Marille Gruenblatt schreibt:

          Jaaaa!!! Total!!! Wie konnte ich den vergessen?!
          Bei Panem war ich von der deutschen Übersetzung und von den Filmen eher negativ überrascht. Im Englischen erscheint die Geschichte und v.a. die Charakterentwicklung der Hauptfigur für mich um einiges vielschichtiger, daher auch interessanter.

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Vermutlich, weil sich das Gedächtnis davor drückt, an so etwas Trauriges zu erinnern. 😉

          Hm, vielleicht schau ich mir Panem noch mal im Original an, auch wenn sich inhaltlich nichts ändert und mein früherer Eintrag dazu noch Bestand hat. *seufz*

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        • Marille Gruenblatt schreibt:

          Hm, die Panem-Filme würde ich nicht empfehlen (außer Du magst triefenden Kitsch und Jenny Lawrence) – aber die Bücher!

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Naja, den ersten Band hatte ich auf Deutsch hier, zusammen mit den anderen beiden, aber nachdem ich den fertig hatte, wollte ich die anderen beiden gar nicht erst anfassen. 😳
          Vielleicht geb ich ihm auf Englisch noch ne Chance. 😉
          Kitsch, öhm, nee danke, und Miss Lawrence gefällt mir auf dem Filmplakat zu „Silver Linings“ am besten. Ich find sie zwar ok-hübsch, aber nicht außergewöhnlich.

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  2. singendelehrerin schreibt:

    Hui, die literarischen Szenen sind ja richtig heiß! 😉 Mir gefällt Patrick Rothfuss aber besser – kann natürlich auch wieder daran liegen, dass es ein englisches Zitat ist.

    Mit „Watchmen“ kann ich, so aus dem Zusammenhang gerissen, nicht viel anfangen, hab den Film nie gesehen – und mit Leonard Cohen im Hintergrund funktioniert das bei mir gar nicht.

    Danke, dass du doch noch mitgemacht hast! 🙂

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