Der Party-Schreck

Nachdem ich mich gestern Abend ein wenig hingelegt hatte, bin ich so gegen 23 Uhr wieder aufgewacht. Ich hasse das, irgendwann am frühen Abend (schlimmer ist es nur, wenn das nachmittags passiert!) einzuschlafen, um dann so gegen 21-23 Uhr, also nicht wirklich viel später, wieder aufzuwachen, pelziger Geschmack im Mund, todmüde, nicht ausgeruht, aber doch unfähig, gleich wieder einzuschlafen. Im blödesten Fall bin ich dann bis 1 oder 2 Uhr morgens wach.

Glücklicherweise entdeckte ich dann mit etwas Verspätung, dass Sherlock auf Einsplus lief. Puuh, gerettet. Und natürlich war es Watsons Hochzeit. Großartig, das konnte ja nur heiter werden! Was soll ich sagen, ich habe mich köstlich amüsiert. Darüber, wie Watsons Angetraute sowohl ihn als auch Holmes manipuliert. Darüber, wie die beiden den Junggesellenabschied „feiern“ – und es, um Lestrade zu zitieren, „nicht einmal bis zur Sperrstunde durchhalten“.

Und, natürlich, wie könnte es anders sein, stoßen die beiden auf einen Fall, der sich während der Hochzeit lösen lässt. Einfach typisch, dass die beiden nicht einmal an so einem wichtigen Tag frei haben.

Die Folge endet dann mit einer grandiosen Szene, in der Holmes sich verspricht und den Watsons beiläufig eröffnet, dass sie „zu dritt tanzen“ werden. Die Gesichtsausdrücke des jungen Paares sind göttlich!

Danach aber, und das ist auch der Anlass für diesen Eintrag, findet sich Holmes alleine wieder. Die Watsons tanzen miteinander. Sein „Date“ (keine Ahnung, wer, wie wo, was, ich hab die rsten 20 Minuten der Folge verpasst) für die Hochzeit tanzt bereits mit einem anderen, die nette Pathologin Molly, die bisher auf ihn stand, tanzt ebenfalls mit ihrem Freund, und überhaupt, alles und jeder hat einen Partner, nur Holmes steht alleine da, inmitten der Menge. Schaut ein wenig verloren drein, bevor er sich entschließt, zu gehen – was, außer Molly niemand überhaupt bemerkt.

 

Ich bin kein Partylöwe, ganz im Gegenteil, ich war vielleicht auf einer Handvoll Parties. Die Situation von Holmes aber, irgendwann nur noch verloren dazustehen, die kenne ich jedoch zur Genüge. So nett der Abend auch ist, so fleißig ich mich auch mit anderen Gästen unterhalte, irgendwann, früher oder später kommt der Moment, an dem sich überall Pärchen und Grüppchen finden und bilden und genau einer übrig bleibt, der nirgends so richtig dazugehört. Guess who?

Und ich frage mich, woran das liegt. Sicher, ich hab eine große Klappe und einen sehr, sagen wir, eigenen Sinn für Humor. Aber kann das alles sein? Oder fehlen mir nur die Fühler, um zu erkennen, wann es Zeit ist, sich zu „gruppieren“? Schätze ich meine Gegenüber vielleicht einfach nur falsch ein und interpretiere höfliche Aufmerksamkeit (oder ist das schon leicht unterdrückte Langeweile, vielleicht gar Abneigung?) als Interesse? Oder, und das wäre natürlich ziemlich ernüchternd, bin ich vielleicht doch nur ein Freak, wie Holmes es ist, den man gerne um sich hat, wenn man ihn braucht, wenn er nützlich ist, und mit dem man redet, wenn man keinen anderen Gesprächspartner in der Nähe hat, ihn ansonsten aber schneller ignoriert als eine Spammail?

 

Glücklicherweise gehe ich nicht (mehr) auf Parties, die Fragen hat die gestrige Folge aber wieder ins Gedächtnis gerufen. Glücklicherweise habe ich Freunde, die mich schon seit Jahren begleiten. Andernfalls würde ich an diesen Fragen verzweifeln.

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12 Antworten zu Der Party-Schreck

  1. Auch wenn das nicht die Aussage deines Beitrags ist, aber: Ich liiiiiiieeeebeeeee Sherlock. 🙂

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  2. schnipseltippse schreibt:

    Meine Party-Erfahrung hält sich in den letzten Jahren auch in Grenzen, aber auf Schulveranstaltungen tue ich mir immer schwer damit, mich unter die Leute zu mischen. Was soll ich mit denen reden, wo ich sie kaum kenne?
    Mein Mann hat da gar keine Mühe. Ein wahrer Meister des Smalltalks – im Gegensatz zu mir. Ich glaube, das ist eine Charaktersache.

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Gut möglich, ja. Und genau die Frage, die du auch stellst, die geht mir in solchen Situationen auch immer durch den Kopf. „Wie fang ich ein Gespräch an mit jemandem, mit dem mich (vorerst) nichts verbindet?“
      Gut, ich könnte es so machen wie auf Pennys Halloween-Party, und einfach rufen „Gott, bin ich blau!“, woraufhin alle „alter“ antworten. XD

      Vermutlich wirklich eine Charaktersache.

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  3. tinatainmentia schreibt:

    Am schlimmsten ist es, wenn alle um dich rum sich im Laufe des Abends Kerle – bzw. in deinem Fall wohl Mädels – anlachen und auf einmal alle knutschend irgendwo auf der Tanzfläche rumschwirren, und dann äh, denkt man so… joar… ich… hol mir dann mal was zu trinken. :mrgreen:
    Natürlich habe ich das noch nie so erlebt und nur in irgendwelchen TV Serien gesehen *pfeif*

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    • pimalrquadrat schreibt:

      Was heißt hier „wohl“? 😯

      Joa, ich denk mir bei den Serien eher: Mooment mal, wart ihr etwa heimlich mit der Kamera bei meinem Leben dabei?!

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      • tinatainmentia schreibt:

        Naja, das kommt drauf an, ob du eher mit anderen Kerlen oder mit Mädels auf Partys gegangen bist. Und dann noch darauf, welche Sexualität diese Leutlein hatten. 😛 Ich bin jetzt mal davon ausgegangen, dass du mit ein paar heterosexuellen Männern unterwegs warst, weil das eben so der „Standard“ ist, daher eben „wohl“. 😛

        Das mit den Serien war Ironie. Ich war selbst schon öfter in der Situation. 😉

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        • pimalrquadrat schreibt:

          Aaah, so hattest du das gemeint! 😳
          Dann hast du natürlich recht!

          Ja, das mit den Serien hatte ich schon so verstanden, keine Sorge. 🙂
          Fühlt sich eben ziemlich doof an, sowas…

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