Und schon wieder Drachen…

Scheint ja eine richtige Epidemie zu sein. Die letzten Bücher, die hier (z.T.) ausgelesen sind, handeln von Drachen. Genauer, von den Memoiren einer Lady, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, entgegen gesellschaftlicher Konventionen eine Karriere als Naturhistorikerin anzustreben. Und die dabei nicht nur Drachen beobachtet, sondern wohl auch einem wissenschaftlichen Experiment auf die Spur kommt, welches auf lange Sicht dazu führen könnte, dass Drachen aussterben.

A Natural History of Dragons von Marie Brennan ist der erste Band der Memoiren der Lady Trent. In diesem begleiten wir die Protagonistin durch ihre Kindheit und Jugend, erfahren, dass sie sich schon immer für Natur und Wissenschaft interessiert hat, was absolut unladylike ist und zu Spannungen in ihrer Familie führt. Ausgenommen ein Bruder und der Vater. Lady Trent ist eine durchsetzungsfähige, bisweilen etwas manipulative Frau, die weiß, was sie will und dafür auch bereit ist, zu arbeiten. Und nicht davor zurückschreckt, Konventionen zu brechen, indem sie sich etwa in Hosen(!) einer Drachenjagd anschließt. Und das in Scirland, welches sehr einfach als ein viktorianisches England mit Drachen zu erkennen ist.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Suche nach einem geeigneten Ehemann etwas beschwerlich gestaltet. Doch glücklicherweise findet sich Jacob (nein, nicht der arme kleine Hund, der zu arm dafür ist, um sich ein T-Shirt zu kaufen und deshalb dauernd oben ohne unterwegs ist!), der die Interessen von Isabella (ok, jetzt wird es bedenklich) nicht nur teilt, sondern auch sehr viel Verständnis für ihre Eigenarten aufbringt.
Gemeinsam mit Lord Hilford, einem bekannten Naturkundler, brechen sie in die Brennan-Version des Ural auf, um Felsdrachen zu untersuchen….

Besonders gut gefallen hat mir natürlich das Setting, welches eben an ähnliche Romane wie etwa Jule Vernes Fünf Wochen im Ballon oder In 80 Tagen um die Welt erinnert. Natürlich sind auch die Drachen faszinierend, besonders, da das Buch illustriert ist. Ein halbes Dutzend Zeichnungen ergänzen die Handlung und bereichern die Fiktion, da Lady Trent bei ihrer ersten Expedition unter anderem als Zeichnerin dabei ist. Besonders viel Aktion oder eine tiefründige Mythologie oder Handlung gibt es nicht, mal von der Intrige um die Konservierung von Drachenknochen abgesehen. Die übrigens, soviel sei bereits verraten, auch im zweiten Band eine Rolle spielt. Lady Trent is eine erfrischende Persönlichkeit, gefangen zwischen gesellschaftlichen Konventionen (die sie aber mit zunehmender Handlung und zunehmendem Alter bewusst ignoriert) und ihrem Drang nach Selbstverwirklichung als Naturwissenschaftlerin.

Zur Sprache sei gesagt, dass das Englisch sehr angenehm und flüssig zu lesen ist. Keine Wörter, die man erst nachschlagen müsste. Insgesamt also lesenswert, einfach mal reinschauen. 🙂

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