Team RWBY

So, in etwa eine Woche danach kann ich nun sagen:

Die Serie rockt!

 

Ich hab die letzte Folge am Wochenende gesehen, und dann direkt mit dem Spin-Off RWBY Chibi weitergemacht und Tränen gelacht. Also, bei RWBY Chibi.

RWBY selbst, nun, das ist eine andere Geschichte.

Bisher existieren vier Volumes, die ich jetzt einfach mal mit Staffeln gleichsetze.

Staffel eins stellt die Figuren vor, setzt ein wenig den Ton, zeigt die verschiedenen Fähigkeiten, betreibt einiges an grundlegendem Worldbuilding, nämlich die verschiedenen Königreiche, Diskriminierung von Faunussen, deutet Ereignisse im Hintergrund an, was zeigt, dass längst nicht alles so ist, wie es scheint.

Staffel zwei baut darauf auf, indem unsere Heldinnen langsam auf den Trichter kommen, dass hinter scheinbar vereinzelten Übergriffen mehr stecken könnte. Gleichzeitig etablieren sich die Antagonisten und drängen in den Vordergrund. Verbündete scheinen ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Wie sagt man so schön, the plot thickens.

Staffel drei, nun, Staffel drei treibt das auf die Spitze, indem sich der Konflikt bis hin zur Katastrophe steigert. Und ich kann nur sagen: Die letzten drei, vier Folgen sind sowohl wahnsinnig spannend, als auch sehr aufwühlend. Ich saß vorm Rechner und musste an mich halten, mit Blick auf den nächsten Arbeitstag auch wirklich ins Bett zu kommen. Und mehrfach dachte ich mir nur noch: Das kann doch nicht wahr sein! 😮

Das, was die Antagonisten hier abziehen, das ist wirklich, richtig, unbestreitbar böse. So saß ich dann auch erst mal ein paar Minuten da und musste verarbeiten, was passiert war. Ich bin mir noch nicht sicher, dass ich das geschafft habe…

 

Staffel vier, die bisher und bis Oktober 2017 die letzte Staffel, dient dazu, den Helden und Zuschauern Zeit und Raum zu geben, ihre Wunden zu lecken. Und das gescheiht, wie ich meine, auf erstaunlich gute Art und Weise. Die Figuren erhalten tatsächlich die Gelegenheit, zu wachsen. Auch wenn es hier und da etwas schnell geht (wobei man ja Screentime nicht mit erzählter Zeit verwechseln darf), entwickeln sich alle weiter, während man als Zuschauer erfährt, wie die Protagonisten zu dem wurden, was sie heute sind.

 

Ja, und jetzt heißt es warten bis im Oktober die fünfte Staffel erscheint, und ich endlich, endlich erfahre, wie es weitergeht. Also, irgendwann später dann, denn die Folgen erscheinen nicht sofort auf Youtube. Manchmal ist die Welt ungerecht, auch wenn ich verstehen kann, dass Rooster Teeth, die Produzenten, auch ein wenig Geld mit RWBY verdienen wollen. Aber was hilft es mir, wenn ich jetzt sofort gleich wissen will, wie es weiter geht?! 😮

Bis dahin kann ich also nur sagen:

 

PS: Wenn jemand die Serie schauen mag, macht bitte, bitte, einen möglichst großen Bogen um alle Kommentare auf Youtube! UNBEDINGT! Dort wird munter gespoilert, und das verdirbt wirklich nur den Spaß…

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Träume sind Schäume. Oder: Vierfaches Versagen in einer Nacht

Die Nächte sind als berufstätiger Pendler in der Regel kurz genug, als dass man sie nicht mit Schwierigkeiten beim Einschlafen, nächtlichen Toilettengängen oder gar Alpträumen erkürzen möchte.

Dumm nur, wenn das eigene Hirn es sich anders überlegt und auf Sadist-Modus schaltet. Wie sonst ist zu erklären, was mir neulich in ein und derselben Nacht passier ist?

Alles begann damit, dass ich davon träumte, wie unsere Oberstufe neu zusammengesetzt würde, ich im Zuge dessen in einer Klasse mit meinen Freunden sein würde und eine Bestnote nach der anderen einheimse. Was in der Realität natürlich nicht ganz so gut geklappt hat, womit wir beim ersten Versagen gelandet wären: Ein perfektes Abitur. Was sicherlich im Rahmen meiner Möglichkeiten gewesen wäre, sofern ich mich ein wenig mehr angestrengt hätte. Aber Schule, das war dermaßen ein Selbstläufer, dass ich es nie wirklich eingesehen habe, auch noch das letzte bisschen Leistung zu erbringen. Irgendwie traurig, dass mich das nach all den Jahren noch verfolgt.

Im Anschluss daran begannen – wie könnte es anders sein – die Ferien zwischen Schule und Studium. Und gleich zu deren Beginn gab mir mein Schwarm seine Handynummer, umarmte mich und teilte mir mit, sich sehr auf unser nächstes Treffen zu freuen. Ziemlich ironisch, da ich sie insgesamt vier Jahre lang angehimmelt habe, ohne je einen Schritt in diese Richtung zu unternehmen – zu feige, zu unbeholfen, zu unsicher. Und nicht sehr angenehm, dass mich auch das nach all der Zeit noch so trifft, dass sich mein krankes Hirn einen Spaß daraus macht, mir so eine Szene vorzuspielen.

Aber fertig war diese Nacht noch lange nicht. Was folgt auf Schule? Richtig, Studium. Aber hier sprang der Traum gleich ans Ende, schloss nicht nur mit einem ersten Staatsexamen ab, sondern setzte gleich noch erfolgreich eine Promotion obendrauf. Da ich tatsächlich eine Zeit lang mit diesem Gedanken gespielt, ihn aber wieder verworfen haben, fühlt es sich natürlich besonders gut an, im Traum Erfolg bei diesem Unterfangen zu haben, von meinem potentiellen Doktorvater in höchsten Tönen gelobt zu werden, und gescheite Vorlesungen und Seminare zu halten.

Als ob das noch nicht genug gewesen wäre für eine Nacht, schloss der Traum mit dem Ref. Ich schrieb bereits davon, wie sehr es eine Tortur für mich war, und dass und auch warum ich abgebrochen habe. Aber wie Träume nun einmal so sind, lief alles glatt. Pendeln? Gar kein Problem! Unterricht? Wird nebenbei erledigt, wenn AGs und Extrakurse mit Begeisterung aufgenommen wurde. Und Prüfungen, pah, die laufen von alleine.

 

Ich habe keine Ahnung, warum ich in ein und derselben Nacht von diesen vier Dingen geträumt habe. Ich denke nicht, dass ich in einer Situation war, in der man sein Leben vor seinem geistigen Auge revue passieren lässt, gegebenenfalls mit besonderem Fokus auf die Gabelungen, an denen man die Weichen für die Zukunft gelegt hat. Ich meine, wir sprechen hier von einer ganz normalen Nacht!

Ich weiß ja, dass ich ein Meister darin bin, mich selbst zu zerfleischen und jeden meiner Fehler bis ins dreizehnte Glied zu analysieren und zu reflektieren, aber das geht dann doch etwas zu weit. Sicherlich, die momentane Situation ist nicht ideal, aber es geht doch ordentlich bergauf für mich. Kein Vergleich zu dem Punkt, an dem ich vor einem Jahr stand. Und trotzdem, diese vier Niederlagen stakkatohaft vorgespielt zu bekommen, live und in Farbe mitzuerleben, dass es hätte anders laufen und mein Leben eine andere Wendung hätte nehmen können, das tut weh.

Vermutlich sprechen da Unzufriedenheit und Bitterkeit, die ich unterbewusst – oder auch nicht, vielleicht schreien die ja auch aus jeder meiner Zeilen – mit mir herumtrage. Vielleicht ist es auch nur das Gefühl, trotz allem verloren zu sein, an einer Stelle, an die ich so nie hinwollte, an einem Punkt im Leben, der nicht zu dem passt, was ich einmal war, und auch nicht zu dem, was ich einmal sein wollte. Und vielleicht schreibe ich dies auch nur, weil ich heute mit keinem guten Gefühl ins Bett gehen kann, nicht wissend, was mich erwartet.

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Für eine bessere Welt

Das ist es doch, wofür die Menschen in Hamburg demonstrieren. Damit wir alle ein besseres Leben haben. Dass alle Menschen gleich gut leben können, genug zu essen haben, ein Dach über dem Kopf, ein wenig Wohlstand.

Die Umsetzung zeigt hingegen nur eins: Ein Teil der Leute, die dort demonstrieren, ist erst dann zufrieden, wenn sie das Leben anderer zur Hölle gemacht haben. Wie kann man sich für Menschenrechte einsetzen, sich den Anschein geben, sozial zu sein, und gegen die Konzentration von Kapital bei einigen wenigen, mächtigen und reiche Personen, und zugleich das Auto eines hart arbeitenden Menschen abfackeln? Oder den Laden eines Kleinunternehmers demolieren?

Ist das der Weg, wie es uns allen besser gehen soll? Wenn niemand mehr was hat, dann sind wir alle gleich? Oder ist es eher so, dass ein paar geistig minderbemittelte Flachwichser mal ordentlich die Sau rauslassen wollten, bevor sie heim zu Papi und Mami gehen, dort mit dem SUV zum Bioladen kutschiert werden und sich besonders hip und sozial und öko finden, weil sie teures Geld in fair-trade-Waren stecken und den dummen Pöbel nicht verstehen können, der bei Aldi und Lidl einkauft, weil er sich Geld zum Ersetzen des abgefackelten Autos vom Mund absparen muss? Oder sind es doch nur Vollpfeifen, die noch nie gearbeitet haben und nicht wissen, wie es ist, täglich zu malochen um halbwegs über die Runde zu kommen?

 

Die Polizei in Deutschland ist sicherlich nicht ohne Fehl und Tadel. Aber heute gilt ihr mein Dank und mein Respekt. Dafür, dass sie den Kopf hinhält und sich den Gewalttätern entgegenstellt.

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Red. White. Black. Yellow.

Nein, ich lerne nicht gerade meine Farben. Und nein, ich beschreibe auch nicht verschiedenste Stoffe, die einen menschlichen Körper verlassen können. Der ist übrigens höchst geschmacklos, aber beim Schreiben fiel es mir wie Schuppen von den Augen – und wer hier ein wenig länger liest, der weiß, dass ich jedwede Form von Niveau als Herausforderung betrachte, selbigwelches zu unterbieten.  Erfolgreich, wie treue Leser garantiert bestätigen werden.

Aber darum geht es heute mal nicht, sosehr ich auch gerne mit mir von mir über mir schreibe. *pfeif*

 

Nein, heute geht es um eine Serie, die ich durch Zufall entdeckt habe, und die mich so ziemlich von der ersten Folge an begeistern konnte. Worum geht es? Der Titel des Beitrages verrät zumindest einen Teil. Es geht um vier Mädels, die auf eine Schule gehen und dort zu Jägern und Jägerinnen ausgebildet zu werden. Dabei trainieren sie natürlich auch ihre Kampfkünste, und perfektionieren den Umgang mit ihren Waffen und besonderen Kräften. Wer findet, dass das ein wenig wie Buffy klingt, bekommt einen Keks dafür, dass ersiees Buffy kennt und mag. 😀

Die Handlung spielt in Remnant, einer Welt, die einen ziemlich heftigen Krieg gegen die „Monster des Grimm“ hinter sich hat und diesen nur deshalb gewann – sofern man von gewinnen sprechen kann – weil sie ein mysteriöses Element namens „Dust“ entdeckt hat.

Die Protagonistinnen heißen übrigens der Reihe nach:

Ruby Rose

Weiss Schnee – das wird so herrlich „Schine“ ausgesprochen. XD

Blake Belladonna

Yang Xiao Long – dreifacher Super-Sayajin! 😀

 

Wer nun aufmerksam mitdenkt, wird feststellen, dass die Anfangsbuchstaben der vier Mädels zu den vier Farben passen, die sie thematisch verkörpern, und außerdem den Titel der Serie ergeben: RWBY, gesprochen „Ruby“. Warum RWBY? Nun, das wird alles erklärt, und da will ich auch gar nicht vorweg greifen.

Ich sage nur so viel: Die Serie hat Tempo, Humor, liebenswerte Protagonisten, abgefahren choreographierte Kämpfe, und sie macht einfach Laune. Wer neugierig geworden ist, der lasse sich nicht von der „Graphik“ abschrecken. Die Produktionsfirma ist mit 90 Angestellten so groß nicht, und ich finde, der Stil passt schon sehr gut zu Handlung und Themen, auch wenn man hier und da durchaus sagen kann, dass manche Animation etwas hölzern wirkt. Das macht RWBY aber durch liebenswerte Charaktere, bereits erwähnte Kampfchoreographien und einen sehr stimmigen Soundtrack wieder wett.

Außerdem ist die komplette(!) Serie auf Youtube zu sehen, zwar auf Englisch – die Stimmen passen wirklich gut! – aber mit recht tauglichen deutschen Untertiteln. Die Folgen dauern zwischen ca. 6 und 15 Minuten und lassen sich somit auch wunderbar zwischendurch schauen.

Allzu viel mehr kann ich auch noch gar nicht schreiben, weil ich mitten in Staffel 2 bin und noch einiges vor mir habe. Vielleicht riskiert ja der eine oder die andere einen Blick. 🙂

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Tag des Kusses – wat nu?

Wie ich vorhin in der Bahn – von einem kleinen Pimpf, der nicht mal wusste, dass sein jüngster Bruder Onkel werden würde, sollte sein ältester Bruder Vater werden (fragt mich nicht, das ist eine tatsächlich gehörte Unterhaltung zwischen zwei Jungs irgendwo zwischen 10 und 13) – erfahren durfte, ist heute der Tag des Kusses. Eigentlich ja eine schöne Sache, denn Küssen macht Spaß, ist ganz definitiv gesund, und sollte man sich auch deutlich häufiger. Make Love, not War, und dergleichen. Von mir aus auch Merkel und Erdowahn, wenn das bedeutet, dass er nicht mehr dazu kommt, Schwachsinn von sich zu geben.

Wo war ich? Achso, ja. Küssen. Ich gestehe, beim Gedanken daran sehr, sehr neidisch zu werden. Egal, ob es um junge, alte, frische oder bewährte Liebe geht, ich beneide sie alle. Das ist kein sehr schönes Gefühl, weder im Hinblick darauf, neidisch zu sein, unzufrieden, mit dem, was man hat, was man ereicht, und wo man steht, noch in dem Wissen, dass Liebe oft genug Arbeit, Anstrengung und mitunter auch Schmerz bedeutet. Und dennoch, ich würde höchstwahrscheinlich sofort tauschen – außer, die Alternative wäre ein Leben in Mittelerde oder Temerant. Aber auch nur deshalb, weil ein halbwegs intelligenter Mann mittleren Alters dort vermutlich bessere Chancen hätte. Und da gäbe es immerhin Elben, Hobbitse und Denna.

Wie dem auch sei, macht heute das, was ich gerne tun würde, und küsst euren Liebsten und/oder eure Liebste, gern auch in Form von Haustieren und genießt die gemeinsame Zeit, auch wenn es nicht immer leicht ist.

Und wenn alle Stricke reißen, klau ich mir den Herrn Moritz vom Zeilenende weg. 😀

 

Und nun brauch ich Scrubs.

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Mehr Löcher als Schweizer Käse

Ich bin ja mal so gar nicht auf dem Laufenden, wenn es um Mode, Trends oder auch nur Farben der saison geht. Ich habe meine Klamotten, die mir halbwegs stehen (meine Meinung, zumindest meistens) oder auch nicht (Meinung so manch anderer Personen). Davon abgesehen sind mir eingangs genannte Dinge meist auch egal. Ich trage Bart, so gut es geht – auch wenn der kleine Stinker ständig davon faselt, ich solle seine Shorts fressen – und auch meine vermehrt auftretenden grauen Haare – da muss irgendwo ein Nest sein, dass die jetzt so gehäuft auftreten!!! – meist mit Fassung.

Aber was ich seit einiger Zeit so auf den Straßen sehe, das wundert mich dann doch. Und das sind löchrige Hosen! Und zwar nicht löchrig aufgrund von Abnutzung und hohen Alters – ich trage ja durchaus Hosen über ein Jahrzehnt hinweg, warum auch nicht? – sondern wahlweise von handwerklich begabten Teens und Tweens in Eigenfabrikation erstellt oder von armen Teufeln in Bangladesh und co. für einen Hungerlohn in die zuvor mühselig genähten Hosen geschnippelt.

So sehr ich mich auch über den Anblick von ein wenig Schenkel freue, wo Damen betroffen sind, so sehr wundere ich mich, was der Sinn dahinter sein soll? Haut zeigen? Das können Frauen mit Hot Pants oder noch besser Röcken sehr viel einfacher, und bei den Männern ist es mir sowieso egal. Sich bei den hochsommerlichen Temperaturen von 25 Grad Abkühlung verschaffen durch Fahrtwind? Das kann es nicht sein, weil die Leute, die das tragen, meist kaum über 2 km/h hinauskommen und in meinen Augen eher schlurfende Hindernisse darstellen als Fahrtwind erzeugen. Vielleicht stellt das aber auch ein neues, mir bisher unbekanntes Paarungsritual dar, welches auf einer Stufe mit Paarship und Tinder steht und dafür sorgt, dass altmodische Kauze wie meinereiner vom Liebesgeschehen ausgeschlossen werden? Was, Gerüchten zufolge, gar keine schlechte Sache sein soll, aber das kann ich nicht widerlegen.

 

Aber vielleicht könnt ihr mich ja aufklären, was so prickelnd an löchrigen Hosen sein soll. Meine ursprüngliche Hypothese wurde nämlich dadurch widerlegt, dass sich die Löcher niemals nie nicht im Schritt finden. DAS wäre dann mal revolutionär gewesen.

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Das letzte Problem

Mit einiger Verspätung habe ich nun also das Finale der vierten Staffel von Sherlock gesehen.Im Folgenden kommen einige Eindrücke, und auch Spoiler sind gesichtet worden. Betreten also nur auf eigene Gefahr. 😉

 

 

 

Die Staffel begann ja mit einer Episode, die ich insgesamt etwas fad fand. Der „Fall“ zu Beginn der Thatcher-Geschichte – Sohn, Auto etc. pp. – war sauleicht zu durchschauen, wohingegen das erneute Auftreten des „Mary“-USB-Sticks mich fast schon genervt hat. Ich fand, diesen Subplot hatte man bereits zum Ende der dritten Staffel sehr gut abgehandelt, und wäre eigentlich sehr glücklich damit gewesen, dass es dabei bleibt.

Die Konfrontation mit dem eigentlichen Schuldigen und Bösewicht hat mich sehr stark an eine Folge von Detectiv Conan erinnert, sodass sich ein ganz bestimmtes Szenario bereits abzuzeichnen begann, als Sherlock und Mary sie stellen. Für Kenner und/oder Interessierte: In „Mord bei Mondschein“ und einem deutlich späteren Fall geht es darum, durch Deduktion Tatverdächtige zum Äußersten zu treiben. Nichts anderes hat sich Sherlock hier geleistet, und auch das war leicht zu durchschauen…

Außerdem fand ich die Folge rückblickend ziemlich morbide, da sich die Darsteller der Watsons ja auch im richtigen Leben getrennt haben, und ich mir die Frage gestellt habe, wie es wohl gewesen sein muss, diese Art der Trennung auf der Leinwand darzustellen.Weshalb ich übrigens von der Leistung Freemans angesichts von Marys Tod auch absolut nicht überzeugt bin, im Gegenteil. Dass er seinen Urschrei lässt, von mir aus. Aber dass seine erste Reaktion danach Aggression und Vorwürfe an Sherlock sind? Nope, das passt mir gar nicht. Ebensowenig wie sein Fremdflirten.

 

Die nächste Folge ist insgesamt ganz gut, auch wenn mich etwas stört, wie einfach Sherlock in Watson liest, sodass er quasi Wochen im Voraus planen kann, was dieser tun wird. Er ist zwar ein hochfunktionaler Soziopath, aber irgendwo muss man auch Grenzen ziehen. Sonst durchaus unterhaltsam, und natürlich mit einem großen Cliffhanger.

 

Tja, und dann das Finale. Endlich würden die Geheimisse um Eurus – ich finde dennoch, dass „Euros“ schöner klingt und auch schöner ausschaut – und Moriartys Rückkehr(?) gelüftet werden, richtig?

Ich gestehe, ich fand einen großen Teil der Folge richtig, richtig gut. Die Art und Weise, wie Sherlock und Mycroft in ihrem eigenen Spiel geschlagen werden, die Synergie zwischen Eurus und Moriarty – der Kerl fehlt irgendwie ^^ – und die Skrupellosigkeit der Holmes-Schwester, das fand ich fein, und auch die Enthüllung um Rotbart hatte durchaus etwas Schockierendes an sich, was wiederum den Charakter von Eurus unterstrich. Weniger gut gefielen mir all die kleineren Logikprobleme – wie überstehen Sherlock und Watson den Sprung aus den Fenstern, wie kommt Eurus von der Insel, ohne, dass es auf Radar etc. pp. auffällt, wieso fällt niemandem auf, dass eun führerloses Flugzeug sich sicherlich nicht so ohne weiteres London nähern kann – und das Ende. Die Enthüllung, dass es die ganze Zeit nur um ein paar Umarmungen und etwas Aufmerksamkeit ging, das lasse ich vielleicht für Rotbart gelten. Aber nicht für alles, was danach kam. Das entwertet in meinen Augen die Figur der Eurus. Und es nimmt, zusammen mit dem „Happy End“ auch einiges vom emotionalen Impakt, den die Ereignisse auf die Figuren haben. Wo werden all die Toten reflektiert, welche sie auf dem Gewissen hat? Wo wird noch einmal aufbearbeitet, was es für Folgen hat, dass Sherlock Molly zu diesem Geständnis gezwungen hat? (Übrigens eine besonders famose Szene, ich finde, die grausamste in der ganzen Folge). Nope, das findet keinerlei Eingang, stattdessen versöhnt sich Familie Holmes. Und letzten Endes war auch des Teufels Beitrag zu Gottes Werk ziemlich gering. Ein paar Videobotschaften, und das wars? Ein wenig schade. Und auch wenn die Metapher rund um das Flugzeug durchaus passend erscheint, hätte ich mir hier tatsächlich mehr Mut gewünscht. Warum nicht wirklich einen Absturz? So blöd es klingt, aber es GIBT absolut boshafte Menschen, und manchmal geschieht das ganz jenseits von Moralvorstellungen, oder gar Gründen. Was man mit dem ach so wohltätigen Culverton Smith begonnen hat, hätte man durchaus konsequent beenden können: So sehr sich Sherlock und Watson bemühen, es gibt immer Menschen, es wird immer Dinge geben, die sie weder verhindern noch gutmachen können, und es hätte zur Entwicklung der Figuren in dieser Staffel gepasst, da sie mit ihren großen Schwächen konfrontiert werden und an diesen wachsen (ok, Johns Reaktion auf Marys Tod hätte ich auch anders gestaltet, aber gut).

Und es hätte der in meinen Augen großartigen Leistung von Sian Brooke einen letzten Federstreich verpasst, denn ich fand sie wirklich großartig und beängstigend gut gespielt.

 

Tja, und nun? Ein wenig Zwiespalt ist schon da, denn ich sehe vertane Chancen und nach wie vor gute Ideen und Handlungen. Trotzdem hat die Serie vielleicht ein ordentliches Ende erreicht, und es kann etwas Neues kommen?

Was meint ihr dazu?

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