Viel zu tun

Naja, mal wieder ein Beitrag, in dem ich mich darüber auslasse, wie wenig Zeit ich doch habe. Irgendwie klingt das immer so vorgetäuscht, schließlich sind unter den Bloggerkollegen mehr als genug Leute, die anstrengende Berufe haben und sich auch noch um ihre Familie kümmern, und dabei trotzdem die Zeit finden, zu schreiben.

Mir gelingt es in letzter Zeit wieder deutlich schlechter, diesen Spagat zu schaffen. Einerseits liegt es daran, dass sich die Themen gerade nicht ergeben, oder nicht so unterhaltsam sind, dass ich darüber schreiben möchte.

Die meisten von euch nutzen Netflix und Prime bereits, sodass ich hier eher weniger über das in meinen Augen durchwachsene Angebot schreiben kann. Zum eigentlichen Schauen der Serien komme ich nicht so recht, weil abends dann doch meist der Schweinehund siegt, der mich dazu antreibt, einfach ein wenig online zu gammeln, Musik zu hören und hier und da zu stöbern. Zudem veröffentlicht der gute Brandon Sanderson zusammen mit seinem Verlag (TOR, für die singende Lehrerin 😉 ) gerade jede Woche drei Kapitel aus seinem im November erscheinenden Roman Oathbringer, sodass ich jeweils einen Tag damit verbringe, zu lesen und mir Gedanken und Theorien zu überlegen, wer was wie wo hinter was stecken könnte.

Andererseits sind die Vorlesungen gerade auch sehr zeitraubend – glücklicherweise bisher noch nicht wirklich arbeitsintensiv. Vielleicht liegt es nur an mir, aber ich habe eher weniger Probleme mit dem Stoff, aber das zieht sich nahezu durchgängig durch meinen Bildungsweg, und auch wenn es arrogant klingen mag, aber ich habe eine rasche Auffassungsgabe und bin durch mein wirkliches Studium geschult, Wissen aufzunehmen und zu verarbeiten. Was nicht heißt, dass ich nicht doch manche Dinge rasch wieder vergesse, aber das liegt dann am Fach…Trotzdem will die tägliche Zeit abgesessen werden.

Zusätzlich kommt noch ein wenig Extraarbeit auf mich zu, da ich mich für eine Fortbildung bzw. Zertifizierung vorbereiten muss. Diese wird vom Unternehmen bezahlt, bedeutet aber einiges an Mehrarbeit zusätzlich zum „normalen“ Stoff und den regulären Prüfungen. Dem steht ein nicht zu vernachlässigender Gewinn entgegen, da es sich mit solch einer Zertifizierung deutlich leichter Bewerbungen schreiben oder Gehalt verhandeln lässt, sofern ich sie schaffe. Um das zu erreichen, werde ich gegen Ende des Jahres vermutlich eine Zeit lang ganz von der Bildfläche verschwinden, um mich darauf zu konzentrieren.

Und bis dahin bleibt es wohl bei sehr unregelmäßigen Beiträgen. Das gefällt mir zwar nicht so, hier alles brach liegen zu lassen, aber eine richtige Wahl habe ich nicht. Womit ich wieder an den 24. September denke, aber das führt zu weit. *seufz*

Wie dem auch sei, ich mach jetzt Feierabend. 🙂

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Von Interessen

Während sich Martin Schulz dafür ausspricht, Ungarn und co. notfalls mit Sanktionen zu begegnen, sofern sie nicht aufhören, sich gegen geltendes Recht zu widersetzen *hustdublin3hustmerkelhust*, und Manuela Schwesig derart viel Vertrauen in das – maßgeblich von der SPD mitgestaltete – öffentliche Bildungssystem besitzt, dass sie ihr Kind lieber auf eine Privatschule schickt, anstatt ihm die Freuden der gelebten Inklusion und Integration zu gönnen, denke ich mir, dass mich der Kram am Allerwertesten kann.

Wahlen ändern auf absehbare Zeit in Deutschland gar nichts mehr.

 

Stattdessen widme ich mich heute dem Thema der Interessen. Also, meiner Interessen. Selbstverständlich bin damit nicht ich selbst gemeint, denn so interessant bin ich gar nicht, ganz im Gegenteil.

Aber in letzter Zeit ist mir aufgefallen, wie schwierig es doch ist, Menschen zu finden, mit denen man seine Interessen teilen kann. Ok, sähe ich mir Game of Thrones an, fiele es mir sicherlich leicht(er), gleichgesinnte Menschen zu finden. Da ich jedoch bei Serien, sieht man einmal von House of Cards und den beiden Serien Blindspot und Shades of Blue (nicht zu verwechseln mit den 50 Schattierungen der Hausfrauen!), die ich demnächst beginnen werde, ab, alles andere als auf einem aktuellen Stand bin, sondern einige Jahr(zehnt)e hinterherhinke, ergeben sich daraus eher seltener Gesprächsthemen. Abgesehen natürlich von meinen lieben Mitbloggern, ihr seid die die Regel bestätigende Ausnahme! 🙂

Dennoch gilt auch für Bücher, dass es mir schwer fällt, Leute mit einem ähnlichen Geschmack zu finden. Bzw. kennen viele die Bücher, die ich lese, gar nicht. Da kann man sich also nur schwer drüber unterhalten. Videospiele sind zwar ein aktuelles und spannendes Thema, aber auch hier erschweren es persönliche Vorlieben, mehr als nur oberflächliche Gespräche zuzulassen. Was will man auch machen, wenn die komplette Umwelt nahezu ausschließlich auf PC zockt, und ich halt ein Konsolero der allerfeinsten Nintendo-Sorte bin?

Die exotischeren Dinge, wie Go oder Tak, brauche ich da gar nicht erst zur Sprache zu bringen. Die kennen noch viel weniger Leute, spielt kaum jemand, und für die lässt sich auch nur sehr schwer jemand begeistern. Mein Faible für und mein Interesse am Erlernen von Finnisch wird bestenfalls kopfschüttelnd kommentiert, wenn überhaupt. Ein wenig schade finde ich das schon, aber da lässt sich wohl nichts dran ändern.

Weshalb es mich auch nicht hätte überraschen dürfen, dass sich niemand wirklich findet, der sich auf ein TCG – ein Trading Card Game – einlassen würde. Sinn und Zweck des Spiels ist es, Karten zu sammeln, sich daraus ein eigenes Deck zusammenzustellen und damit gegen Mitspieler anzutreten. Für die internetaffine Jugend von heute, so etwas wie Hearthstone oder Gwent, nur IRL. Und für die älteren: Sowas wie Magic the Gathering.

Naja. Wahrscheinlich hätte ich mit Magic bessere Chancen gehabt. Nur finde ich die Karten dort ästhetisch nicht so ansprechend wie bei Force of Will – ja gut, ich gebs ja zu, ich bin oberflächlich! – und der Mana Screw bzw. Mana Flood nervt mich schon in der Theorie. Ein Glück, dass der bei FoW nicht möglich ist.

Wie dem auch sei, ich habe mich ein wenig im Freundeskreis umgehört, und mit Müh und Not einen Kumpel dazu bringen können, sich eine sder neuen Starterdecks zu besorgen. Gespielt haben wir aber – wie könnte es anders sein – noch nicht. *seufz*

Ironischerweise spricht mich das Prinzip des TCG besonders an. Ich bin ein Sammler. Wie er im Bilderbuche steht. Ich sammle, seit ich denken kann. Ich sammle Dinosaurierfiguren. Ich sammelte Herr der Ringe-Bleifiguren. Ich sammelte Saint Seiya Myth Cloth-Figuren. Nebenbei bemerkt, wer das googlet, der möge bitte nicht erschrecken. Ja, die Dinger haben eine eigene Ästhetik, und ja, die Dinger sind nicht günstig. Aber ich verbinde mit der zugehörigen Serie sehr viele, sehr gute und sehr tiefgreifende Erinnerungen. Ich sammle leidenschaftlich Bücher. Ich sammle sogar in Videospielen, weshalb Pokémon das ideale Spiel für mich war – und manchmal auch noch ist. Ich horte Tränke und Gegenstände in RPGs, denn man könnte sie vielleicht mal brauchen, und nutze sie dann doch nie.

Vielleicht ist das ein Symptom einer verborgenen Störung, vielleicht auch nur ein Zeichen von Habgier, wer weiß. Fakt ist, ich sammle gerne. Und das allein macht ja bereits die Hälfte eines TCGs aus, nämlich das Sammeln von Karten. Ich gestehe, allein das macht mir bereits ein Stück weit Spaß. Die verschiedenen Motife und Charaktere, zum Teil mit eigener Geschichte und natürlich die Möglichkeiten, die Fähigkeiten miteinander zu kombinieren.

Die zweite Hälfte des Spaßes besteht darin, sich ein eigenes Deck zusammenzustellen und damit gegen Freunde zu spielen. Zu sehen, wie die sich überlegte Strategie funktioniert und ob sie sich auch so umsetzen lässt wie geplant. Und genau auf diesen Teil werde ich wohl noch eine ganze Weile verzichten müssen. Denn FoW ist zwar durchaus bekannt und wird auch gespielt, in meinem näheren Umfeld findet sich aber kaum etwas, und wenn, dann zu Zeiten, an denen ich verhindert bin. Im Freundeskreis hält sich das Interesse stark in Grenzen.

Am Ende des Tages bleibt mir immerhin die Kartensammlung.

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Ich habe es getan…

War wohl doch nur eine Frage der Zeit, bis ich schwach werden würde. Vielleicht hätte ich das auch nur nicht so lange hinauszögern sollen, und wäre dann schon seit Monaten hochglücklich und zufrieden? Wer weiß, wer weiß.

Wie dem auch sei, ich teste diesen Monat sowohl Netflix als auch Prime, und kann eins schon mal sagen: keins von beidem haut mich von der Auswahl bisher von den Socken. Aber ich werde stöbern und vielleicht doch das ein oder andere entdecken.

Vorerst freue ich mich auf die Staffeln 3 und 4 von House of Cards sowie auf Blindspot. Yay!

Veröffentlicht unter Alltägliches, Filme und Serien, Kurz und knapp | 6 Kommentare

Olfaktorischer Totschlag

Nichts anderes erwartet einen, sofern man verückt und wagemutig genug ist, um einen Hort des Schreckens aufzusuchen. Ihr alle kennt diesen sicherlich. Dort finden sich Spielwaren für die Kleinen, Multimediakram für die etwas weniger Kleinen, Schreibwaren für die leidgeplagten Schüler. Aber auch die Abteilung des olfaktorischen Todschlags macht sich dort breit.

Wer es noch nicht erraten hat, ich spreche vom Weber, diesem prinzipiell tollen Laden, der einen Großteil meiner Gelüste befriedigt. Gegen das entsprechende Kleingeld, versteht sich.

Wer jedoch auf die Idee kam, die Duftnoten- und Chemiekeulenabteilung, manchmal auch als Beauty-Ecke oder Waffenlager zur oberflächlichen Selbstoptimierung genannt, direkt an den Eingang zu platzieren, gehört dafür bestraft. Nichts gegen diese Abteilung, sie befriedigt wie alle anderen ein existierendes Bedürfnis, und wer bin ich schon, andere deswegen zu verurteilen, weil sie nicht so wie ich nur Games und Serien ansteuern?

Aber – und das ist es, was mich an den Rand der Exhalierung meines letzten Atems bringt – ich bin gezwungen, bei jedem Besuch des Webers durch mehr als die Hälfte der Giftgasabteilung zu schlendern. Und das geht nicht etwa schnell, ooooh nein! Weit gefehlt! Denn zu den besten Zeiten – also jenen, die nach meinem Feierabend und vor meinem hungerbedingten Grisgrämigwerden liegen – tummeln sich dort allerlei Leutchen im Alter von Teen und knapp nicht mehr Teen, wobei das ganz bewusst weit gefasst ist.

Und diese Leute stehen natürlich vor den Auslagen und besehen und beriechen sich die Waren. Dass sie mir dabei auf meinem Weg zur Rolltreppe im Weg stehen, scheint sie ebensowenig zu kümmern wie der Umstand, dass die Luft dort so ätzend ist, dass ich sie anhalte, bis ich den nächsten Stock erreicht habe. Einmal machte ich den Fehler, einzuatmen, und nie wieder! Ich bin doch nicht lebensmüde! 😮

Dennoch frage ich mich, was dahinterstecken mag. Denn inmitten dieser Duftwolke ist es zumindets mir unmöglich, mehr zu riechen als: Holt mich hier raus, ich bin ein Mann!

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Was hilft wirklich?

An Tagen wie diesem hilft manchmal nur ein bisschen Eskapismus, eine Reise zurück in die Vergangenheit. Oder eine unerwartete Begegnung mit Figuren, die einem seit Jahren Freude bereiten. Und letzten Endes bleibt die Hoffnung, dass es irgendwann doch einmal so kommen möge:

 

 

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Team RWBY

So, in etwa eine Woche danach kann ich nun sagen:

Die Serie rockt!

 

Ich hab die letzte Folge am Wochenende gesehen, und dann direkt mit dem Spin-Off RWBY Chibi weitergemacht und Tränen gelacht. Also, bei RWBY Chibi.

RWBY selbst, nun, das ist eine andere Geschichte.

Bisher existieren vier Volumes, die ich jetzt einfach mal mit Staffeln gleichsetze.

Staffel eins stellt die Figuren vor, setzt ein wenig den Ton, zeigt die verschiedenen Fähigkeiten, betreibt einiges an grundlegendem Worldbuilding, nämlich die verschiedenen Königreiche, Diskriminierung von Faunussen, deutet Ereignisse im Hintergrund an, was zeigt, dass längst nicht alles so ist, wie es scheint.

Staffel zwei baut darauf auf, indem unsere Heldinnen langsam auf den Trichter kommen, dass hinter scheinbar vereinzelten Übergriffen mehr stecken könnte. Gleichzeitig etablieren sich die Antagonisten und drängen in den Vordergrund. Verbündete scheinen ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Wie sagt man so schön, the plot thickens.

Staffel drei, nun, Staffel drei treibt das auf die Spitze, indem sich der Konflikt bis hin zur Katastrophe steigert. Und ich kann nur sagen: Die letzten drei, vier Folgen sind sowohl wahnsinnig spannend, als auch sehr aufwühlend. Ich saß vorm Rechner und musste an mich halten, mit Blick auf den nächsten Arbeitstag auch wirklich ins Bett zu kommen. Und mehrfach dachte ich mir nur noch: Das kann doch nicht wahr sein! 😮

Das, was die Antagonisten hier abziehen, das ist wirklich, richtig, unbestreitbar böse. So saß ich dann auch erst mal ein paar Minuten da und musste verarbeiten, was passiert war. Ich bin mir noch nicht sicher, dass ich das geschafft habe…

 

Staffel vier, die bisher und bis Oktober 2017 die letzte Staffel, dient dazu, den Helden und Zuschauern Zeit und Raum zu geben, ihre Wunden zu lecken. Und das gescheiht, wie ich meine, auf erstaunlich gute Art und Weise. Die Figuren erhalten tatsächlich die Gelegenheit, zu wachsen. Auch wenn es hier und da etwas schnell geht (wobei man ja Screentime nicht mit erzählter Zeit verwechseln darf), entwickeln sich alle weiter, während man als Zuschauer erfährt, wie die Protagonisten zu dem wurden, was sie heute sind.

 

Ja, und jetzt heißt es warten bis im Oktober die fünfte Staffel erscheint, und ich endlich, endlich erfahre, wie es weitergeht. Also, irgendwann später dann, denn die Folgen erscheinen nicht sofort auf Youtube. Manchmal ist die Welt ungerecht, auch wenn ich verstehen kann, dass Rooster Teeth, die Produzenten, auch ein wenig Geld mit RWBY verdienen wollen. Aber was hilft es mir, wenn ich jetzt sofort gleich wissen will, wie es weiter geht?! 😮

Bis dahin kann ich also nur sagen:

 

PS: Wenn jemand die Serie schauen mag, macht bitte, bitte, einen möglichst großen Bogen um alle Kommentare auf Youtube! UNBEDINGT! Dort wird munter gespoilert, und das verdirbt wirklich nur den Spaß…

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Träume sind Schäume. Oder: Vierfaches Versagen in einer Nacht

Die Nächte sind als berufstätiger Pendler in der Regel kurz genug, als dass man sie nicht mit Schwierigkeiten beim Einschlafen, nächtlichen Toilettengängen oder gar Alpträumen erkürzen möchte.

Dumm nur, wenn das eigene Hirn es sich anders überlegt und auf Sadist-Modus schaltet. Wie sonst ist zu erklären, was mir neulich in ein und derselben Nacht passier ist?

Alles begann damit, dass ich davon träumte, wie unsere Oberstufe neu zusammengesetzt würde, ich im Zuge dessen in einer Klasse mit meinen Freunden sein würde und eine Bestnote nach der anderen einheimse. Was in der Realität natürlich nicht ganz so gut geklappt hat, womit wir beim ersten Versagen gelandet wären: Ein perfektes Abitur. Was sicherlich im Rahmen meiner Möglichkeiten gewesen wäre, sofern ich mich ein wenig mehr angestrengt hätte. Aber Schule, das war dermaßen ein Selbstläufer, dass ich es nie wirklich eingesehen habe, auch noch das letzte bisschen Leistung zu erbringen. Irgendwie traurig, dass mich das nach all den Jahren noch verfolgt.

Im Anschluss daran begannen – wie könnte es anders sein – die Ferien zwischen Schule und Studium. Und gleich zu deren Beginn gab mir mein Schwarm seine Handynummer, umarmte mich und teilte mir mit, sich sehr auf unser nächstes Treffen zu freuen. Ziemlich ironisch, da ich sie insgesamt vier Jahre lang angehimmelt habe, ohne je einen Schritt in diese Richtung zu unternehmen – zu feige, zu unbeholfen, zu unsicher. Und nicht sehr angenehm, dass mich auch das nach all der Zeit noch so trifft, dass sich mein krankes Hirn einen Spaß daraus macht, mir so eine Szene vorzuspielen.

Aber fertig war diese Nacht noch lange nicht. Was folgt auf Schule? Richtig, Studium. Aber hier sprang der Traum gleich ans Ende, schloss nicht nur mit einem ersten Staatsexamen ab, sondern setzte gleich noch erfolgreich eine Promotion obendrauf. Da ich tatsächlich eine Zeit lang mit diesem Gedanken gespielt, ihn aber wieder verworfen haben, fühlt es sich natürlich besonders gut an, im Traum Erfolg bei diesem Unterfangen zu haben, von meinem potentiellen Doktorvater in höchsten Tönen gelobt zu werden, und gescheite Vorlesungen und Seminare zu halten.

Als ob das noch nicht genug gewesen wäre für eine Nacht, schloss der Traum mit dem Ref. Ich schrieb bereits davon, wie sehr es eine Tortur für mich war, und dass und auch warum ich abgebrochen habe. Aber wie Träume nun einmal so sind, lief alles glatt. Pendeln? Gar kein Problem! Unterricht? Wird nebenbei erledigt, wenn AGs und Extrakurse mit Begeisterung aufgenommen wurde. Und Prüfungen, pah, die laufen von alleine.

 

Ich habe keine Ahnung, warum ich in ein und derselben Nacht von diesen vier Dingen geträumt habe. Ich denke nicht, dass ich in einer Situation war, in der man sein Leben vor seinem geistigen Auge revue passieren lässt, gegebenenfalls mit besonderem Fokus auf die Gabelungen, an denen man die Weichen für die Zukunft gelegt hat. Ich meine, wir sprechen hier von einer ganz normalen Nacht!

Ich weiß ja, dass ich ein Meister darin bin, mich selbst zu zerfleischen und jeden meiner Fehler bis ins dreizehnte Glied zu analysieren und zu reflektieren, aber das geht dann doch etwas zu weit. Sicherlich, die momentane Situation ist nicht ideal, aber es geht doch ordentlich bergauf für mich. Kein Vergleich zu dem Punkt, an dem ich vor einem Jahr stand. Und trotzdem, diese vier Niederlagen stakkatohaft vorgespielt zu bekommen, live und in Farbe mitzuerleben, dass es hätte anders laufen und mein Leben eine andere Wendung hätte nehmen können, das tut weh.

Vermutlich sprechen da Unzufriedenheit und Bitterkeit, die ich unterbewusst – oder auch nicht, vielleicht schreien die ja auch aus jeder meiner Zeilen – mit mir herumtrage. Vielleicht ist es auch nur das Gefühl, trotz allem verloren zu sein, an einer Stelle, an die ich so nie hinwollte, an einem Punkt im Leben, der nicht zu dem passt, was ich einmal war, und auch nicht zu dem, was ich einmal sein wollte. Und vielleicht schreibe ich dies auch nur, weil ich heute mit keinem guten Gefühl ins Bett gehen kann, nicht wissend, was mich erwartet.

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